Titel: Ueber den Glyceringehalt des Bieres.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 9 (S. 311–312)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi07_9

Ueber den Glyceringehalt des Bieres.

Während nach Grießmayer (vgl. 1880 235 408) unverfälschte Biere nur 0,02 bis 0,05 Proc. Glycerin enthalten sollen, geben L. v. Wagner 0,2 bis 0,9 Proc. und Clausnizer (Wagner's Jahresbericht, 1881 S. 800) 0,21 bis 0,26 Proc. an. C. Amthor (Zeitschrift für analytische Chemie, 1882 S. 541) fand nun nach dem Verfahren von Clausnizer in verschiedenen Bieren aus 19 Straſsburger Brauereien 0,081 bis 0,224 Proc. Glycerin, in 4 Schiltigheimer Bieren 0,076 bis 0,255, im Kronenburger Bier 0,114, in Königshofener Bieren 0,092 bis 0,167 Proc. Von auſserelsäſsischen Bieren enthielten je 100cc Bier aus den Brauereien:

|312|
Rohglycerin Asche Reinglycerin
Gabriel Sedlmayer, München 0,1646g 0,0254g 0,1392g
Josef Sedlmayer, „ 0,1273 0,0078 0,1195
Münchener Kindl, „ 0,1444 0,0150 0,1294
Printz, Karlsruhe 0,1542 0,0224 0,1318
Schrödl, Heidelberg 0,1854 0,0190 0,1664
Ph. C. Andres, Kirn 0,1152 0,0148 0,1004
J. Schott, Rheinzabern 0,1977 0,0215 0,1762
Löwenbräu, München 0,1139 0,0247 0,0892.

Amthor meint daher, ein Bier mit über 0,4 Proc. Glycerin sei unbedingt mit Glycerin versetzt.

Um den Einfluſs der Gährung auf den Glyceringehalt festzustellen, lieſs man die eine Hälfte einer sehr gehaltreichen Würze unter Zusatz von viel Hefe sehr rasch vergähren, so daſs die Gährung binnen 4 Tagen vollendet war. Die andere Hälfte wurde mit sehr wenig Hefe versetzt und abgekühlt, so daſs das Ende der Gährung erst nach 8 Tagen eingetreten war. Es fanden sich:

Rohglycerin Asche Reinglycerin
Vergährungszeit mit viel Hefe 4 Tage 0,1046g 0,0197g 0,0849g
„ „ wenig „ 8 „ 0,1749 0,0183 0,1566
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