Titel: Zur Untersuchung von Oelkuchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 9 (S. 351–352)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi08_9

Zur Untersuchung von Oelkuchen.

Um in Oelkuchen einen etwaigen Zusatz von Senfsamen zu bestimmen, empfiehlt V. Dircks (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1882 Bd. 28 S. 179) das daraus erhaltene Senföl mit einer alkalischen Lösung von übermangansaurem Kalium zu oxydiren und die gebildete Schwefelsäure mit Chlorbarium zu fällen. Senföl ergibt so 31,1 bis 31,6 Proc. Schwefel.

Oelkuchen werden gepulvert mit Wasser in einen Destillirkolben gemischt, im Wasserbad erhitzt; während der Destillation wird ein Luftstrom durch die Masse gesaugt, um dieselbe in steter Bewegung zu erhalten. Die entwickelten Dämpfe werden durch Absorptionsgefäſse mit alkalischer Permanganatlösung geleitet; diese wird nach beendeter Destillation (etwa ½ Stunde) eingedampft, mit Salzsäure erwärmt und heiſs mit Chlorbarium gefällt. 15g Oelkuchen vom schwarzen Senf (Brassica nigra) ergaben so 0g,472 schwefelsaures Barium, entsprechend 1,34 Proc. Senföl. Rapskuchen (Brassica napus) gab 0,17 bis 0,19 Proc. Senföl, dessen Menge sich durch längeres Aufbewahren zu vermindern scheint. Reiner Samen von Rübsen (Brassica rapa) lieferte 0,033 bis 0,038 Proc., Ackersenf |352| (Sinapis artensis) 0,006 Proc. und Preſskuchen von gelbem Senfsamen (Sinapis alba) 0,018 Proc. Senföl (vgl. Ritthausen 1881 242 311).

Samen von schwarzem Senf (I) und Ackersenf (II) hatten folgende Zusammensetzung:

I II
Wasser 10,66 8,93
Reinasche 4,77 5,35
Sand 0,56 0,25
Rohfaser 7,07 9,46
Rohprotein 39,66 28,22
Fett 25,91 26,41
Stickstoff freie Extractstoffe 11,37 21,38
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100,00 100,00.
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