Titel: Ueber den Oxalsäuregehalt der Kartoffeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 9 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi09_9

Ueber den Oxalsäuregehalt der Kartoffeln.

In einer Brennerei wurde eine Incrustation beobachtet, welche sich in der zur Kühlung der süſsen Maische benutzten Schlempe angesetzt hatte. Dieser Röhrenbelag bestand nach M. Siewert (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1882 Bd. 27 S. 263), auſser unwesentlichen Mengen von Stickstoff haltiger organischer Substanz, phosphorsaurem Calcium und Spuren von Alkalien, lediglich aus krystallisirtem phosphorsaurem Calcium.

Weitere Versuche zeigten nun, daſs 1l süſse Maische 0g,134, 1l gare Maische 0g,155 und 1l Schlempe 0g,196 Oxalsäure enthielt. Da nun bei der Schlempefütterung auf 1 Rindvieh täglich 30 bis 40l Schlempe gerechnet werden, so gelangen mit derselben 6 bis 8g in den Organismus. Die Oxalsäure befindet sich allerdings zum gröſsten Theil in Form des Kalksalzes in der Schlempe, so daſs es fraglich ist, ob dieselbe innerhalb des Organismus unter dem Einflüsse der sauren Magensäfte löslich werden und schädliche Einflüsse auf den Organismus ausüben kann.

Die verwendeten Kartoffeln enthielten 0,017 Proc, eine andere Sorte Kartoffeln sogar 0,0572 Proc. Oxalsäure. Gerste enthielt keine Oxalsäure; Malz ergab 0,0015 Proc. und Malzkeime lieferten 0,064 Proc. Oxalsäure.

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In so fern als in den Brauereien das von den Keimen befreite Malz verwendet wird und dieses nur etwa 1/11 Oxalsäure enthält als die in der Brennerei benutzte Kartoffel, kann es nicht auffallen, daſs der Absatz auf den Kühlschiffen der Brauereien gering und auſserdem arm an Kalkoxalat ist. Da aber in den Brennereien meist Grünmalz verarbeitet wird, so stammt ein Theil der in den Maischen und in der Schlempe gefundenen Oxalsäure auch aus diesem Material her.

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