Titel: Farbendruck in beliebiger Anzahl Farben in einer Operation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 12 (S. 436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi10_12

Farbendruck in beliebiger Anzahl Farben in einer Operation.

Um Farbendrucke auf Geweben, Fransen, Kautschuk, Leder oder Papier in einer beliebigen Anzahl Farben und mittels einer einzigen Operation herzustellen, mischen W. G. White und F. Anderson in Paris (Oesterreichisches Patent Kl. 8 vom 31. Juli 1880) die Farben mit einer Fettmasse aus 22 Th. Talg, 12,5 Th. Paraffin oder Wachs, 5 Th. Nelkenöl, 25 Th. venetianischem Terpentin, 5 Th. Leinöl und 3 Th. Eiweiſs, welche vor ihrer Verwendung etwa 1 Stunde gekocht war. Die so erhaltene Paste wird in Stücke von gleichförmiger Dicke geschnitten, auf welche man mittels Pauspapier die Umrisse der gewünschten Zeichnung überträgt und diese dann ausschneidet.

Angenommen, man wollte auf blauem Grunde eine Rosette mit dunkelgrauem Mittelkern und lichtgrauem Umfange herstellen, so nimmt man zuerst einen dunkelgrauen Farbblock und schneidet denselben dem Umriſs des Rosettenkernes entsprechend aus. Dieses den Kern der Rosette bildende Stück wird nun in einen Rahmen gebracht und mit lichtgrauer Paste umgeben. Es wird nun diese letztere, nachdem der Rahmen entfernt ist, in die gewünschte Rosettenform geschnitten und wieder in einen Rahmen gebracht, welcher sodann mit der den Untergrund bildenden blauen Paste ausgefüllt wird. Die zu bedruckenden Stoffe werden mit Terpentinöl getränkt und auf die in der Presse liegenden Farbblöcke gebracht. Die bedruckten Stoffe bringt man in eine Trockenkammer.

Sollen solche Abdrücke auf Kautschuk hergestellt werden, so muſs die Farbpaste 10 Proc. Wachs mehr enthalten und noch mit 5 Th. Siccativ versetzt werden. Die Abdrücke werden durch eine Lösung von 50g; Gummilack in 1l Methylalkohol fixirt.

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