Titel: Neuerungen in der Herstellung von Photographien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 7 (S. 434–435)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi10_7

Neuerungen in der Herstellung von Photographien.

Um Licht und Schatten auf den exponirten Gegenständen nach Belieben wechseln zu können, ohne an den Ateliereinrichtungen etwas ändern zu müssen, befindet sich nach W. Kurtz in New-York (D. R. P. Kl. 57 Nr. 20821 vom 30. Juli 1882) der zu exponirende Gegenstand und die Camera obscura auf einer um einen Zapfen drehbaren Scheibe, so daſs bei einer Drehung der letzteren die Camera obscura und der exponirte Gegenstand in derselben Lage zu einander bleiben.

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Um bei Bereitung photographischer Emulsionen die ungelösten, pulverförmigen Silbersalze zu entfernen, werden nach J. Plener in London (D. R. P. Nr. 20733 vom 3. Mai 1882) die auf gewöhnliche Weise hergestellten Emulsionen in ein kegelförmiges, im Inneren versilbertes Metallgefäſs gebracht, welches mit einer Geschwindigkeit von etwa 4000 Umdrehungen in der Minute rotirt. Nachdem in Folge der Centrifugalkraft die ungelösten Silbersalze an der Peripherie sich abgesetzt haben, wird die Lösung mittels eines Hebers entfernt. Der Rückstand wird mit warmem Wasser ausgewaschen.

Die Abtönungsvignetten von J. B. Feilner in Bremen (D. R. P. Nr. 20740 vom 16. Mai 1882) werden hergestellt durch Photographien von Papierschablonen, welche, auf Glasplatten aufgeklebt, in der Gröſse und im Verhältniſs gleichweit auf einander folgen. Das Photographiren geschieht, indem diese Glasplatten, in bestimmter Reihenfolge mit matten Glasscheiben abwechselnd, in einem gegen seitliches Licht abgeschlossenen Kasten vor der Linse eines Porträtobjectivs angeordnet sind. Vignetten mit Wolkenzeichnung werden erhalten, indem eine mit Lack überzogene Platte, auf welcher die Wolkenzeichnung durch Radiren hergestellt ist, zwischen die genannten Glasplatten eingeschoben wird.

Nach dem an Ed. Godard in Paris (D. R. P. Nr. 20599 vom 17. Mai 1882) patentirten System der Glasmalerei werden die Glasplatten in gewünschter Gröſse ausgeschnitten, gut gereinigt und mit einer lichtempfindlichen Schicht, welche aus einer Lösung von 5g Dextrin oder Traubenzucker in 100g Wasser mit einem Zusatz von chromsaurem Ammoniak besteht, überzogen. Nach dem Trocknen derselben legt man die Platten in einem Copirrahmen auf die betreffenden Zeichnungen und exponirt sie dem Licht. Nach genügender Belichtung wird die fein gepulverte und trockne Glasfarbe in einem dunklen Zimmer aufgestrichen, hierauf werden die Glasscheiben in einem Bade, bestehend aus 1000g Methylalkohol und 30 bis 40g Salpetersäure, gewaschen, wobei nur die gefärbten Partien stehen bleiben. Darauf wird die Farbe in gewöhnlicher Weise eingebrannt.

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