Titel: Zur Kenntniſs des Rübensaftes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 14 (S. 515–516)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi12_14

Zur Kenntniſs des Rübensaftes.

Wird nach E. Schulze und E. Boßhard (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1883 S. 312) frischer Rübensaft mit Bleiessig versetzt, solange noch eine Fällung entsteht, das Filtrat mit salpetersaurem Quecksilberoxyd gefällt, der gebildete Niederschlag mit Schwefelwasserstoff zersetzt und die vom Schwefelquecksilber ablaufende Flüssigkeit mit Ammoniak versetzt, so krystallisirt beim Verdunsten Glutamin, C5H10N2O3, heraus. 1l Rübensaft lieferte 0,7 bis 0g,9 Glutamin. Kalilauge zersetzt das Glutamin schon in der Kälte unter Abspaltung von Ammoniak.

E. O. v. Lippmann (Daselbst S. 44) hat in den verholzten Geweben der Zuckerrübe Coniferin nachgewiesen, welches bei der Saftgewinnung theilweise in Lösung geht. Bei der Behandlung der Rübensäfte mit Kalk wird das Coniferin zersetzt und es spaltet sich Vanillin ab, welches vermuthlich zum Theil an Basen gebunden wird; hierauf scheint die Beobachtung zu deuten, daſs Aether, selbst aus stark nach Vanille riechenden Rohzuckern, erst nach der Neutralisation mit einer Säure beträchtlichere Mengen Vanillin auszieht. Aber auch beim andauernden Kochen von Coniferinlösungen tritt schon derselbe |516| Zerfall ein und es wird Vanillin gebildet, dessen charakteristischer Geruch unverkennbar hervortritt, während die tieferen Zersetzungsproducte des Traubenzuckers die Lösung dunkel färben.

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