Titel: Maschine zum Aufpressen der Furnüre auf die Blindhölzer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 247/Miszelle 4 (S. 512–513)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj247/mi247mi12_4

Maschine zum Aufpressen der Furnüre auf die Blindhölzer.

Die von C. Stiebitz in Löbtau-Dresden (* D. R. P. Kl. 38 Nr. 19662 vom 28. Februar 1882) construirte Furnürpresse hat den Zweck, die bisher zu gleicher Arbeit angewendeten Schraubböcke (oder Pressen) und Zwingen zu ersetzen. Das Untergestell ist aus Holz oder Eisen hergestellt und besitzt zwei Seitenwände, welche oben durch eine Anzahl Riegel fest verbunden sind. Die nach oben abgerichteten Flächen dieser Riegel sind so bearbeitet, daſs sie alle in einer Ebene liegen. Das Obergestell wird aus zwei senkrecht beweglichen Rahmentheilen und mehreren Preſsstäben gebildet, von denen so viele vorhanden sind, als der Untertheil Riegel besitzt. Diese Preſsstäbe sind auf ihrer unteren |513| Seite genau gerade bearbeitet und mit ihren flachen Enden in Schlitze der Rahmentheile eingeschoben, welche sich über die ganze Breite der Maschine erstrecken. Zwischen den in den Schlitzen steckenden Enden der Preſsleisten und der oberen Schiene des Schlitzes in den Rahmentheilen sind starke Gummistreifen eingelegt. Die Preſsstäbe lassen sich in den Schlitzen der Rahmentheile in der Längenrichtung verschieben. Die unteren Querstege der Rahmentheile enthalten das Muttergewinde zu den Schraubenspindeln, welche mittels einer Kurbel den Obertheil nach unten gegen die Oberfläche des Untertheiles bewegen, wodurch die dazwischen befindlichen Furnüre gepreſst werden.

Nachdem die Blindhölzer mittels Aufleimens ihren Furnürbelag erhalten haben, werden sie bei hochstehendem Obertheil auf die Oberfläche des Untertheiles der Furnürpresse, also auf die oberen Seiten der Riegel aufgelegt, so daſs die Furnüre nach oben gerichtet sind. Hierauf werden die Preſsstabe in jene Stellungen gebracht in welchen sie am zweckdienlichsten auf die Furnüre drücken können, und dann mittels entsprechender Umdrehung der Kurbel der Obertheil nach unten bewegt. Dabei werden sich die Preſsstabe schlieſslich auf die Furnüre auflegen, und zwar ohne dieselben nur im mindesten aus ihrer Lage zu verrücken, wie dies beim Anziehen der Schrauben an den gewöhnlichen Schraubböcken oder den Schraubzwingen vorkommen kann. Je stärker der auf die Kurbel ausgeübte Druck ist, um so fester werden die Furnüre aufgepreſst werden. Etwaige Verschiedenheiten in der Stärke der Furnüre oder des Holzes kann die Gleichmäſsigkeit des Druckes nicht beeinträchtigen, da der über den Enden der Preſsstabe liegende Gummi denselben gestattet, sich der Fläche der Furnüre gemäſs auf dasselbe zu legen. Sind die zu furnürenden Stücke gröſser, als sie die Maschine zu überspannen vermag, so werden zwei Maschinen zusammengerückt, was sich in Folge ihrer Fahrbarkeit nicht nur leicht, sondern auch mit genauer Uebereinstimmung der Spannflächen thun läſst. Das Furnüren von Kehlstöſsen läſst sich mittels der Stiebitz'schen Maschine unter Anwendung von Zulagen ebenso gut bewerkstelligen als mit Schraubzwingen.

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