Titel: Neuerungen an Salzsiedepfannen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248 (S. 286–287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/ar248119

Neuerungen an Salzsiedepfannen.

Mit Abbildung auf Tafel 19.

Das Salzsudwerk von A. Vogl in Hallein und Cl. v. Bechtolsheim in München (* D. R. P. Kl. 62 Nr. 20391 vom 28. März 1882) besteht im Wesentlichen in einer nach unten conischen Siedepfanne, aus welcher das Salz mittels Schnecke und Paternosterwerk ausgezogen wird. Damit kein Dampf entweicht, ist, wie Fig. 16 Taf. 19 andeutet, der Deckel der Pfanne A mit in die Soole eintauchenden Blechstreifen e versehen, oder es sind, wie an der linken Seite gezeichnet, keilförmige Holzstücke c eingelegt.

Die in der Pfanne A entwickelten Dämpfe treten durch Rohr a in, den Heizraum des Vacuumapparates B, dessen mit Griff versehener Deckel nicht aufgeschraubt ist, sondern lediglich auf dem ihn tragenden Winkelringe ruht. Das Eindringen von Luft soll durch etwas aufgegossene Soole verhütet werden. Sollen nun die Heizröhren während des Betriebes gereinigt werden, so schlieſst man den Schieber v, läſst aber die frische Soole zuführende Rohrleitung b offen, so daſs sich der Dampfraum d ganz mit Soole füllt und nach Abnahme des Deckels und Schlieſsung des Rohres b die Reinigung erfolgen kann. Nun wird der Deckel wieder aufgelegt, Hahn v geöffnet, der Ueberschuſs der Soole durch die Leitung h mittels Pumpe F aus Kessel und Dom abgesaugt und durch Rohr g den Pfannen zugeführt, schlieſslich die Leitung b wieder geöffnet.

Die gare oder halbgare Soole wird aus dem Vacuumapparat fortwährend durch Rohr h, Pumpe F und Rohr g zum weiteren Versud in |287| die Salzpfannen A und D befördert. Die Grobsalzpfanne D ist mit Doppelwänden versehen, zwischen die der aus dem Dome C kommende Dampf tritt. Das Condensationswasser aus den Zwischenwänden wird durch die Luftpumpe G entfernt. Der Betrieb der Pumpen F und G geschieht durch eine Dampfmaschine E, welche jedoch nicht durch einen besonderen Kessel gespeist wird, sondern deren Betriebsdampf von atmosphärischem Druck der aus der Pfanne A kommenden Rohrleitung a durch eine Abzweigung k entnommen ist. Der für den Dampfmaschinenbetrieb nöthige Druckunterschied wird dadurch hervorgerufen, daſs der Abdampf in die Vacuumleitung n gelangt. Zur erstmaligen Erzeugung des Vacuums wird der von A kommende Dampf durch Rohr f, Dampfraum d, Rohr n, Heizmantel von D und Hahn r getrieben, so daſs die Luft entweicht. Nach Schluſs der Hähne r und f soll durch die Abkühlung von selbst das Vacuum entstehen, so daſs der Maschinenbetrieb beginnt.

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