Titel: Anschluſs mehrerer Fernsprechstellen an ein Vermittelungsamt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248 (S. 331–337)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/ar248136

Anschluſs mehrerer Fernsprechstellen an ein Vermittelungsamt durch eine und dieselbe Leitung.

Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 22.

Will man für eine Anzahl Geschäftslokale o. dgl. eines Ortes, welcher mit einer benachbarten, mit Fernsprechanlage versehenen Stadt in regem Geschäftsverkehre steht, von dieser Stadt aber verhältniſsmäſsig weit entfernt ist, nicht ein besonderes Vermittelungsamt einrichten und unterhalten, das mit jenem in der benachbarten Stadt verbunden wird, und ebenso wenig jede einzelne Sprechstelle in dem Orte mittels besonderer Drahtleitung an das Vermittelungsamt der Stadt anschlieſsen, sondern die Anlage- und Unterhaltungskosten wesentlich herabmindern, indem man mehrere der anzuschlieſsenden Fernsprechstellen in eine und dieselbe Leitung einschaltet, so wird dies nur dann als zulässig zu erachten sein, wenn die technische Einrichtung dieser Fernsprechstellen derart ist, daſs die von einer Stelle aus geführten Gespräche von den übrigen in dieselbe Leitung eingeschalteten Stellen weder mitgehört, noch unterbrochen werden können. Diese Grundbedingung und auch noch untenstehende Bedingungen5) erfüllt eine in der Elektrotechnischen |332| Zeitschrift, 1883 S. 166 von Geh. Oberregierungsrath C. Elsasser angegebene Anordnung, welche jedoch ein Sprechen zwischen zwei in derselben Leitung liegenden Stellen nicht gestattet.

Zum Anrufe der verschiedenen in eine und dieselbe Leitung eingeschalteten Fernsprechstellen soll der Wittwer und Wetzer'sche Rufapparat (1880 236 * 220) benutzt werden, dessen neuere Anordnung (vgl. * D. R. P. Kl. 21 Nr. 15007 vom 24. Oktober 1880) in den Abbildungen auf Tafel 22 schematisch angedeutet ist, welcher jedoch für den vorliegenden Zweck noch mit einer Contactvorrichtung versehen werden muſs. Diese besteht im Wesentlichen aus einer federnden Lamelle a (Fig. 18 Taf. 22), welche im Ruhezustande des Apparates gegen die Contactschraube c anliegt. Eine Unterbrechung dieses Contactes tritt nur bei der anzurufenden bezieh. anrufenden Fernsprechstelle und zwar dann ein, wenn der in Folge des Weckstromes in Bewegung gekommene Zeiger des Rufapparates beim Aufhören des Weckstromes in seiner dann erreichten Lage festgehalten wird; die Stellung des auf der Zeigerachse f befestigten Armes h sowie des an dem Träger der Achse f angebrachten, aus isolirendem Materiale hergestellten Ansatzes g und die Lage der durch diesen Ansatz zurückgedrückten Lamelle a ist in Fig. 19 angedeutet. Dabei tritt gleichzeitig der Arm h mit dem Hebel m in Contact und schlieſst den Stromkreis der zur Ingangsetzung des Weckers W dienenden Lokalbatterie b. Wird später der Hebel m kurze Zeit niedergedrückt, so kehren bekanntlich Zeiger und Arm a wieder in die Ruhestellung zurück.

Die in Rede stehenden Fernsprechstellen erhalten neben dem Wittwer und Wetzer'schen Apparate, sowie den gewöhnlichen, zur Ausrüstung einer Fernsprechstelle gehörigen Apparaten (Wecktaste T nebst Batterie B und einem durch Anhängen bezieh. Abheben des Fernsprechers F selbstthätig wirkenden Umschalter U) noch ein polarisirtes Relais R. Dieses Relais bezieh. die Weckbatterie B und die Weckbatterie des Vermittelungsamtes sind so in die Leitung L1 L2 zu schalten, daſs durch die Wirkung des Weckstromes der Sprechstellen und des Vermittelungsamtes der polarisirte Anker e nicht aus seiner Ruhelage gebracht wird, d.h. im Contacte mit der Schraube d2 bleibt. Bei dem Vermittelungsamte ist neben der Wecktaste noch eine zweite Taste (D) vorhanden, mittels welcher ein Strom in die Leitung geschickt werden kann, durch dessen Wirkung der Anker e gegen den Contact d1 gelegt wird.

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Bei der in Fig. 18 dargestellten Ruhestellung findet der Strom folgenden Weg: von L1 durch die Umwindungen des zum Wittwer und Wetzer'schen Apparate gehörigen Elektromagnetes E nach x, durch die Drahtrollen des polarisirten Relais R, über den Anker e dieses Relais und über d2 und den Draht z zum Körper der Wecktaste T, ferner über den Ruhecontact der letzteren über u, Q in die zu den nachfolgenden, gleichartig eingerichteten Fernsprechstellen führende Leitung L2, welche bei der letzten Sprechstelle mit Erde verbunden ist. Beim Durchgange eines Weckstromes wird der Anker des Elektromagnetes E angezogen, dadurch die auf der Achse f befindliche Triebscheibe r2 mit der Scheibe r1 und durch sie mit dem Uhrwerke des Wittwer und Wetzer'schen Apparates verkuppelt und sowohl ein auf der Achse f befestigter Zeiger als der Arm h in Umdrehung versetzt. Beim Heben der Achse f streift gleichzeitig der Ansatz g an der Lamelle a vorbei und hebt diese vorübergehend von der Schraube c ab.

Wird der Weckstrom unterbrochen, dann fällt der Anker des Elektromagnetes E ab, die Kupplung der Zeigerachse f mit dem Uhrwerke wird gelöst. Bei derjenigen Sprechstelle, bei welcher der Zeiger des Rufapparates bis zu dem der Kennziffer dieser Stelle entsprechenden Theilstriche des Zifferblattes vorgerückt ist, d. i. bei der angerufenen bezieh. der anrufenden Stelle setzt sich nun der mit der Achse herabgehende Arm h auf den Hebel m auf (vgl. Fig. 19). In Folge dessen bleiben nicht nur der Zeiger und der Arm h in ihrer zur Zeit eingenommenen Stellung, sondern es wird auch der die Achse f tragende Hebel verhindert, in seine Ruhestellung zurückzugehen. Bei dieser Lage des Achslagerhebels stöſst der isolirte Ansatz g gerade gegen den Vorsprung der Lamelle a und hebt diese von der Contactschraube c ab; es ist also bei der angerufenen bezieh. der anrufenden Stelle der Contact zwischen a und c unterbrochen, dagegen ein Contact zwischen h und m hergestellt und so die Batterie b über s, h, m, u, t, i, n, v geschlossen; der Wecker W tritt in Thätigkeit.

Nach beendetem Weckrufe – gleichviel, ob derselbe vom Vermittelungsamte oder von einer Sprechstelle ausgegangen war – drückt das Vermittelungsamt die oben erwähnte zweite Taste (D) auf kurze Zeit nieder, legt dadurch bei allen Sprechstellen den Relaisanker e gegen die Contactschraube d1 (vgl. Fig. 20) und stellt so von e aus einen neuen Stromweg über d1 in den Drähten y und f zum Körper des selbstthätigen Umschalters U und von hier über den Contact i zur Leitung L2 her. Der polarisirte Anker e ist, um Unterbrechungen des Stromweges L1 L2 zu vermeiden, beiderseits mit federnden Contacten zu versehen.

Wird nun bei der anrufenden bezieh. angerufenen Stelle der Fernsprecher F vom selbstthätigen Umschalter abgehoben, dann tritt eine Unterbrechung des Stromkreises der Lokalbatterie zwischen v und n ein – der Wecker W wird auſser Thätigkeit gesetzt –, und zugleich wird der Fernsprecher über f und q zirkulär in die Leitung L1 L2 eingeschaltet; die Unterhaltung kann beginnen. Bei sämmtlichen Sprechstellen kann in Folge der eingetretenen Unterbrechung des Contactes zwischen e und d2 die Weckbatterie B beim Drucke der Wecktaste T nicht in Thätigkeit treten. Ferner kann in keiner der nicht gerufenen oder selbst rufenden Sprechstellen eine Störung der Unterhaltung durch Abnahme des Fernsprechers F vom Umschalter U eintreten; der unmittelbare Stromweg über den Körper des Umschalters U nach i wird zwar unterbrochen; indessen tritt sofort eine Berührung zwischen der gegen U isolirten Lamelle n und der Contactschraube k ein, der Zusammenhang der Leitung ist nun von L1 und e aus über d1, a, k, n, i und t nach L2 hergestellt6); der Fernsprecher F selbst kann weder zum Sprechen, noch zum Mithören verwendet werden, weil die mit einem Ende seiner Drahtrollen desselben verbundenen Punkte der Stromwege in h und v isolirt sind.

Die Unterbrechung der leitenden, Verbindung zwischen a und c bei der in Correspondenz tretenden Stelle (Fig. 19) ist nothwendig, weil anderenfalls beim |334| Abheben des Fernsprechers vom Umschalter U über a, c und bei dem zwischen k und n eingetretenen Contacte über i eine unmittelbare Verbindung zwischen L1 und L2, unter Ausschluſs des Fernsprechers, hergestellt sein würde.

Nach beendetem Gespräche ist das Schluſszeichen immer von demjenigen Theilnehmer zu geben, welcher mit einer für ihn allein bestimmten Leitung angeschlossen ist; nach Eingang dieses Zeichens sendet das Vermittelungsamt durch Drücken der Wecktaste einen Strom in die von mehreren Theilnehmern gemeinschaftlich benutzte Leitung L1L2. Durch die Wirkung dieses Stromes werden bei allen Sprechstellen die polarisirten Anker e in ihre Ruhelage an d2 zurückgeführt. Die in Unterhaltung gewesene Sprechstelle endlich muſs den Fernsprecher an den Umschalter U anhängen und den Hebel m niederdrücken.

Elsasser theilt zugleich zwei von Zetzsche entworfene, etwas einfachere Schaltungen für den beabsichtigten Zweck mit. Bei der Schaltung nach Fig. 21 Taf. 22 dürfte es zweckmäſsig sein, die Lamelle a so einzurichten, daſs während der Bewegung derselben zwischen den Contactschrauben c und r der Stromweg in keinem Augenblicke unterbrochen ist.7)

Eine Vergleichung der Fig. 21 mit Fig. 18 Taf. 22 läſst zunächst erkennen, daſs die Taste T in beiden in ganz gleicher Weise mit den übrigen Apparaten und der Weckbatterie B verbunden ist, also auch in ganz gleicher Weise durch den Anker e des polarisirten Relais R in die Linie L1 L2 ein- bezieh. ausgeschaltet wird. Legt das Vermittelungsamt die Anker sämmtlicher Relais von d2 an d1, so wird dadurch zwar in allen Fernsprechstellen die Taste T und die Weckbatterie B aus L1 L2 ausgeschaltet, aber der Fernsprecher F noch nicht in L1 L2 eingeschaltet, sondern nur ein neuer Stromweg aus L1 über ε, d1, y, a, c im Drahte y1 nach L2 hergestellt; nur in jener Fernsprechstelle, mit welcher das Vermittelungsamt in Verkehr treten will bezieh. soll, wird durch die Umlegung der Lamelle a von der Contactschraube c an die Schraube r der Fernsprecher F über y, a und y2 in die Linie L1 L2 eingeschaltet. Gleichzeitig wird auch die Lokalbatterie b über h und m durch den Wecker W hindurch geschlossen. Wird nun in eben dieser Fernsprechstelle der Fernsprecher F von dem Hebel des Umschalters U abgenommen, so wird der Lokalstrom zwischen i und dem Hebel des Umschalters U unterbrochen, der Wecker W tritt auſser Thätigkeit.

Anstatt der in Fig. 21 skizzirten mechanischen Umlegung der Lamelle a zwischen den beiden Contactschrauben c und r läſst sich ebenso leicht eine elektromagnetische beschaffen, da a nur an r gelegt werden muſs, wenn der Arm h vom Hebel m festgehalten wird; der dabei noch zu verwendende Elektromagnet müſste natürlich, wenn die durch die Berührung von h und m geschlossene Batterie b für ihn mitbenutzt werden soll, von der Stromunterbrechung zwischen i und dem Hebel des Umschalters U beim Abnehmen des Fernsprechers F unberührt bleiben und daher zwischen w und der Achse f parallel zu W eingeschaltet werden.

Man kann endlich die in Fig. 21 gewählte Ausschaltung des Fernsprechers F mit einer Kurzschlieſsung desselben vertauschen, indem man, wie es in Fig. 22 Taf. 22 skizzirt ist, unter Weglassung der Contactschraube r das von F her an sie geführte Ende des Drahtes y2 gleich an die Contactschraube d1 bezieh. die Lamelle a legt. Dann stellt die sich an d1 legende Zunge e des Relais R zwar einen Stromweg aus L1 über e, d1 und y2 durch F nach L2 her, der Fernsprecher F kann aber nur in der gerufenen bezieh. rufenden Fernsprechstelle zum Sprechen oder Hören in der Linie L1 L2 benutzt werden, weil nur in dieser beim Schlieſsen des Lokalstromes über h und m die Lamelle a von der Contactschraube c abgehoben und so die kurze Nebenschlieſsung d1, y, a, t, y1, Q zu F beseitigt wird.

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Auch ohne Benutzung des Wittwer und Wetzer'schen bezieh. eines anderen Stationsrufers läſst sich der vorstehend verfolgte Zweck ebenfalls erreichen, wie die beiden Textskizzen Fig. 1 und 2 darthun, welche Zetzsche seitdem entworfen hat. Die erste derselben stimmt mit den bisherigen Anordnungen darin überein, daſs stets nur in der zu rufenden Stelle der Weckruf ertönt, fordert aber die Anwendung von so vielen verschiedenen Stromstärken, als Fernsprechstellen durch die eine Leitung an das Vermittelungsamt angeschlossen werden sollen, eignet sich daher kaum für den Anschluſs einer gröſseren Anzahl in derselben Leitung. Die zweite dagegen, welche in ihrer Einrichtung die gröſstmögliche Einfachheit zeigt, setzt voraus, daſs für jede Stelle ein besonderes Wecksignal im voraus festgesetzt werde und daſs sich auf den stets allen Stellen vernehmbaren Weckruf stets diejenige Stelle meldet, welche verlangt wird. Wenn dagegen eine Stelle das Vermittelungsamt ruft oder den Ruf desselben beantwortet, hören in beiden Fällen nur die zwischenliegenden, nicht aber die dahinter liegenden Stellen den Ruf bezieh. die Antwort mit.

In Fig. 1 sind R1 und R2 zwei polarisirte Relais, deren Anker e1 und e2 ein mittels eines der Taster T von einer Fernsprechstelle nach dem Vermittelungsamte gesendeter Weckstrom in ihrer Ruhelage an d2 und c2 liegen läſst, während der Weckstrom des Vermittelungsamtes die Richtung besitzt, auf welche beide Relais ansprechen.

Fig. 1., Bd. 248, S. 335

Das Vermittelungsamt erhält so viel Taster, als Stellen in die eine Leitung eingeschaltet werden sollen, welche der Reihe nach in bekannter Batterieschaltung einen Strom von 1-, 2-, 3- oder mehrfacher Stärke entsenden. Auf den einfachen Strom spricht R1 in der ersten Stelle, auf den doppelten R2 in der ersten und R1 in der zweiten Stelle an u.s.f. Wird also im Vermittelungsamte der nte Taster gedrückt, so spricht in der nten Stelle bloſs R1 an; in allen zwischen dem Vermittelungsamte und der nten Stelle liegenden Stellen dagegen gehen rasch hinter einander beide Relaisanker e1 und e2 von der Stellschraube d2 an die Schraube d1 bezieh. von c2 an c1. In der durch den nten Taster geweckten nten Fernsprechstelle wird daher zunächst die Wecktaste T aus der Leitung L1 L2 ausgeschaltet und dafür aus L1 über e1, d1, durch die Rollen von R2, über e2 und c2 ein Weg durch den Fernsprecher F zur Erde E hergestellt; mit T ist zugleich der hinterliegende Zweig L2 der Leitung und die in ihm noch liegenden Fernsprechstellen aus L1L2 ausgeschaltet; damit aber dabei sich nicht etwa die Stromstärke in L1 E so weit |336| erhöhe, daſs auch R2 anspricht, ist zwischen c2 und E ein künstlicher Widerstand w einzuschalten als Ersatz für den wegfallenden Leitungszweig L2 nebst den in diesem befindlichen Apparaten. In der nten Stelle schlieſst ferner e1 mittels eines isolirenden Plättchens oder Stiftchens einen federnden Contact s, n von passender Einrichtung und da in den so geschlossenen Stromkreis x, s, n, v, e2, i, U, y zwischen x und y eine Lokalbatterie nebst Rasselwecker eingeschaltet ist, so läutet der letztere so lange, bis in der nten Fernsprechstelle das Telephon vom selbstthätigen Umschalter U abgenommen und so bei i der Lokalstromkreis unterbrochen wird, worauf mit F der ergangene Ruf in L1 nach dem Vermittelungsamte beantwortet wird. In den zwischenliegenden Stellen kommt der Rasselwecker kaum in Thätigkeit, weil der Lokalstromkreis alsbald nach seiner Schlieſsung, wieder zwischen e2 und v, unterbrochen wird; auſserdem stellt sich aber in jeder dieser Zwischenstellen zugleich ein kurzer Schluſs aus L1 über e1, d1, e2, c1 nach L2 her, so daſs in denselben wie T, so auch F ausgeschaltet ist. Am Schlüsse des Gespräches stellt das Vermittelungsamt die ursprüngliche Schaltung in allen Stellen wieder her, indem es wieder den nten Taster, aber jetzt zugleich mit einem Stromwender drückt und dadurch alle Relaishebel wieder in ihre Ruhelage versetzt.

Fig. 2., Bd. 248, S. 336

In Fig. 2 liegen die Rasselwecker W in der Leitung L1 L2; auſser ihnen ist für jede Stelle nur ein polarisirtes Relais R erforderlich. Das Vermittelungsamt benutzt beim Rufen Ströme von derjenigen Richtung, auf welche die Relais R nicht ansprechen. Indem in der gerufenen Stelle, nach Befinden unter vorläufiger Beantwortung des Rufes mittels eines durch die Taste T entsendeten Stromes von der nämlichen Richtung, das Telephon F vom selbstthätigen Umschalter U abgenommen wird und der Hebel an U sich von i auf q legt, werden die Rollen des Relais R in dieser Stelle und in allen dahinter gelegenen, von L1 getrennt und dafür in der gerufenen Stelle L1 über e, d2, T, U, q und F an Erde E gelegt; darauf meldet sich die gerufene Stelle persönlich mittels des abgenommenen Telephons F und nun sendet das Vermittelungsamt einen Strom von entgegengesetzter Richtung, um in allen vor der gerufenen Stelle gelegenen Stellen die Relaishebel e von d2 wieder nach d1 umzulegen und in diesen Stellen sowohl T, als F aus L1 L2 auszuschalten. Die Abtrennung der nicht gerufenen Stellen erfolgt also in zwei Schotten: die der hinterliegenden durch Abheben des Telephons F in der gerufenen Stelle, die der vorliegenden durch Umkehrung der Stromrichtung im Vermittelungsamte; würde eine der vorliegenden Stellen ihr Telephon F von U abnehmen, so würde sie doch |337| weder etwas hören, noch das Gespräch mittels T oder F stören können. Nach Beendigung des Gespräches muſs natürlich das Vermittelungsamt durch einen mit dem Weckstrome gleichgerichteten Strom die Relaishebel von d1 wieder an d2 legen.

Bei jeder dieser beiden Schaltungsweisen kann jede Fernsprechstelle, so lange nicht in L1 L2 gesprochen wird, mittels ihrer Wecktaste T das Vermittelungsamt rufen; natürlich müssen aber die Weckbatterien B so eingeschaltet sein, daſs ihr Strom die Relaisanker nicht umlegt. – Bei Benutzung der Schaltung nach Fig. 2 können auch 2 Stellen mit einander sprechen, wenn man die Ausrüstung jeder Stelle durch einen Umschalter vermehren möchte, welcher eine Vertauschung der Zweige L1 und L2 in der dem Vermittelungsamte näher gelegenen Stelle gestattet.

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Apparate müssen aufgestellt werden, welche das Anrufen jeder einzelnen der dieselbe Leitung benutzenden Sprechstellen gestatten ohne Störung der anderen gleichartigen Stellen. Wird der Weckruf nicht beantwortet, so muſs derselbe von der weckenden Stelle wiederholt werden können, trotzdem durch den Weckstrom die Apparatverbindungen der angerufenen Stelle derart geändert werden müssen, daſs daselbst nicht nur der Wecker in Thätigkeit gesetzt wird, |332| sondern daſs auch der Sprechapparat in gewöhnlicher Weise in die Leitung eingeschaltet werden kann. Vor Beginn der Unterhaltung der angerufenen Stelle müssen bei den übrigen Sprechstellen die Apparate so unter einander verbunden sein, daſs die leitende Verbindung zwischen dem einmündenden und dem weitergehenden Leitungszweige weder durch Drücken der Wecktaste, noch durch den Versuch, den Sprechapparat in der gewöhnlichen Weise in die Leitung einzuschalten, unterbrochen werden kann.

|333|

Wohl aber könnte jede dieser Sprechstellen eine Unterbrechung der ganzen Leitung L1L2 dadurch herbeiführen, daſs sie den Hebel von U in eine Stellung bringt, in welcher er weder an i, noch auf q, noch mit n auf k liegt.

D. Ref.

|334|

Einen sichereren Contact, als jenen zwischen a und r, zur Einschaltung des Telephons F würde man zwischen h und m erlangen können; dazu müſste man den Draht y2 von r lösen und an m legen, von d1 aber einen Draht nach f führen.

D. Ref.

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