Titel: Nock's Herstellung von Ankern ohne Schweiſsung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248 (S. 403–405)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/ar248159

Nock's Herstellung von Ankern ohne Schweiſsung.

Mit Abbildungen auf Tafel 27.

Ein interessantes Verfahren zur Herstellung von Ankern ohne jegliche Schweiſsung ist von J. Nock in Hasskeuy bei Konstantinopel (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 21306 vom 27. Juni 1882) angegeben worden. Die Vermeidung der stets unzuverlässigen Schweiſsstellen1) gewährt nicht nur den Ankern eine gröſsere Sicherheit gegen Bruch, sondern erlaubt auch, dieselben aus Fluſseisen herzustellen. Der Nock'sche Arbeitsgang und die erforderliche Specialmaschine sind in Fig. 1 bis 9 Taf. 27 dargestellt.

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An einem genügend groſsen Eisenblocke von rechteckigem Querschnitte wird zunächst an dem einen Ende mit Hilfe passender Gesenke (Fig. 1) der Theil x für den Schaft abgesetzt, dann in vollem Blocke das Loch y durchgebrochen. An diesem Loche wird dann das Schmiedestück winkelförmig nach zz abgeschnitten und durch Aufbiegen der so entstandenen Schenkel, wie Fig. 2 und 3 zeigen, in die Form eines übergeführt. Aus den aufgebogenen Schenkeln werden dann in weiteren Gesenken die Arme des Ankers geformt, Bei allen diesen Arbeiten wird das Schmiedestück von einer um den Schaft geschlungenen Kette getragen, welche gegen das Abgleiten durch einen auf den Schaft aufgeklemmten Ring gesichert ist.

Der so roh vorgeschmiedete Anker wird nun auf dem in Fig. 5, 6 und 9 dargestellten Walzwerke vollendet, Dasselbe ist ähnlich dem bekannten Universalwalzwerke mit einem horizontalen und einem vertikalen Walzenpaare b bezieh. c versehen, welche, da man den Anker seiner Gestalt wegen nicht ganz durchgehen lassen kann, abwechselnd im einen oder anderen Sinne Drehung erhalten müssen. Die horizontalen Kopfwalzen b bearbeiten die obere und untere Seite des bei wagerechter Lage der Arme eingeführten Ankerschaftes. Da derselbe in dieser Richtung bei den üblichen Ankerformen in seiner ganzen Länge gleich dick ist, so bedarf es nur einer gleichzeitig mit der Umkehr der Bewegungsrichtung der Maschine zu bewirkenden Nachstellung der Walzen, welche von Hand oder auch selbstthätig mit Hilfe der Stellvorrichtung H bewerkstelligt werden kann. Anders liegt die Sache bei den vertikalen Kopfwalzen c; dieselben bearbeiten den Schaft von rechts und links und müssen folglich, da derselbe in dieser Richtung nach unten zu eine Schwellung zeigt, beim Walzen gegen die Arme hin selbstthätig aus einander rücken, beim Zurückwalzen sich wieder nähern und auſserdem noch eine Nachstellung bei Umkehr der Bewegungsrichtung erhalten.

Mittels der Umsteuerung F (Fig. 6) gewöhnlicher Anordnung kann die Bewegung von der Welle D aus abwechselnd im einen oder anderen Sinne auf die Welle D1 übertragen werden. Von dieser aus erfolgt dann unter Vermittelung geeigneter, aus der Figur ersichtlicher Zwischenmechanismen der Antrieb der Walzen b, sowie der Wellen C und L (letztere in Fig. 5 hinter C, in Fig. 6 unter der Welle L1 liegend). Die Welle C setzt durch Zahnräder die stehenden Walzen c in Drehung, wobei dieselben die oben erwähnte Verschiebung normal zu ihren Achsen auf folgende Weise erhalten. Von der Welle L aus wird die Bewegung, je nach der dem Schafte zu ertheilenden Schwellung, durch das eine oder andere der 3 Wechselradpaare auf die Achse L1 und von dieser aus, sofern die Klauenkupplung L2 eingerückt ist, durch Schneckengetriebe auf die beiden senkrechten Wellen K und die an deren oberen Enden sitzenden excentrischen Zapfen K1 übertragen. Durch diese Zapfen werden nun die Walzen c unter Vermittelung der Schubstangen K2, wie |405| aus Fig. 9 zu ersehen, einander genähert oder von einander entfernt. Um aber die oben erwähnte Nachstellung zu ermöglichen, wirken die Schubstangen K2 nicht unmittelbar auf die in Führungen verschiebbaren Lager der Walzen c, sondern zunächst auf die ebenfalls parallel geführten Gleitstücke J. Zwischen diese und die Lager sind Stellschrauben K3 eingeschaltet, durch deren entsprechende Drehung An- und Nachstellung der Walzen c erfolgt. Damit diese Seitenbewegungen von den Walzen ausgeführt werden können, sind in deren Achsen bei J passende Kupplungen eingeschaltet, welche eine geringe Winkelbewegung derselben zulassen.

In Fig. 6 ist nun der Vorgang beim Walzen des Ankerschaftes dargestellt. Sobald die vertikalen Walzen c an der Stelle des Schaftauges angelangt sind, wird die Maschine umgesteuert, wodurch hier der für das Auge erforderliche breitere Schaftquerschnitt erhalten bleibt. Da die vertikalen Walzen c um die Länge der Ankerschaufeln von den horizontalen Walzen b abstehen, so kann man, wie Fig. 7 verdeutlicht, auch die Arme weiter auswalzen und dieselben mit Hilfe einer Führungskette auf die in Fig. 8 angegebene Weise biegen.

Alle bis jetzt beschriebenen Arbeiten lassen sich in einer Hitze ausführen; zur völligen Vollendung des Ankers sind nur noch die Augen für die Querstange und die Kettenanschlüsse herzustellen.

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Vgl. die neuesten Resultate der vom Vereine zur Beförderung des Gewerbefleißes berufenen Commission für die Untersuchung der Schweißbarkeit des Eisens in den Verhandlungen, 1883 * S. 146.

Die Red.

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