Titel: Elektrische Beleuchtung für Fundirungsarbeiten unter Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 4 (S. 42–43)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi01_4

Elektrische Beleuchtung für Fundirungsarbeiten unter Wasser.

Nach Mittheilungen von Ingenieur G. Lechalas in den Annales des Ponts et Chausées, 1882 Bd. 4 S. 245 wurde bei dem zur Zeit in Ausführung begriffenen Bau der Quaimauern in Antwerpen zur Beleuchtung der unter Wasser befindlichen Luftkästen (Caissons) elektrisches Licht mit Erfolg angewendet.

Die dort verwendeten Luftkästen haben 20m Länge, 9m Breite und eine Höhe von 2m,5 bis 6m je nach der Tiefe des guten Baugrundes. Die als Arbeitsraum bleibende Luftkammer ist 1m,9 hoch und darin sind gleichzeitig 20 Mann unter einem Druck bis zu 3at beschäftigt. Der Aufenthalt einer so groſsen Zahl von Menschen unter dieser Pressung wurde durch den Rauch der früher zur Beleuchtung verwendeten Talgkerzen zu einem sehr beschwerlichen. Von einer Ersetzung der Lichter durch eine Bogenlampe muſste abgesehen werden, da die Arbeiter groſsen Werth darauf legen, die jeweilige Arbeitstelle mit beweglichen Lichtern beleuchten zu können, und man entschied sich schlieſslich nach mehrfachen Versuchen für die Verwendung von Swan'schen Glühlampen. Die Glühlichter, von denen für jede Luftkammer 8 bis 10 in Gebrauch kommen, sind in kräftigen Glasgefäſsen eingeschlossen und durch ein Drahtgitter aus Bronze geschützt. Für die 3 gleichzeitig in Arbeit befindlichen Kästen wird die nöthige Elektricität durch zwei aus je 20 Faure'schen Accumulatoren gebildete Batterien geliefert, deren Ladung auf dem Lande mittels einer Gramme'schen Dynamomaschine erfolgt. Eine Controllampe bei der Maschinenlage gibt |43| dem Wärter an, ob die Ladung hinreichend stark ist. Die Beleuchtung ist zwar kostspieliger als die bisherige; doch fällt dies kaum ins Gewicht gegenüber den Vorzügen, welche sie sonst besitzt. Für die in freier Luft auszuführenden Arbeiten kommt während der Nachtstunden ebenfalls elektrische Beleuchtung zur Anwendung und zwar 4 Jablochkoff-Kerzen für jeden Luftkasten.

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