Titel: Deprez' elektrischer Hammer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 6 (S. 88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi02_6

Deprez' elektrischer Hammer.

Dem an Siemens und Halske in Berlin 1879 patentirten elektrischen Hammer (vgl. 1880 238 91) sehr ähnlich ist ein neuerdings von M. Deprez in Paris angegebener elektrischer Fallhammer. Die Kraft wird auch hier direkt zur Hebung benutzt, ohne erst in rotirende Bewegung umgesetzt zu werden. Der Hammer besteht nach Electricien, 1882 Bd. 3 * S. 454 aus einem cylindrischen Block von weichem Schmiedeisen mit stählerner Hammerfläche und bewegt sich in einem Hohlcylinder auf und nieder; letzterer ist aus einer Anzahl flacher Drahtspulen zusammengesetzt, deren Enden so mit einander verbunden sind, daſs sie eine einzige ununterbrochene, aber nicht geschlossene Leitung bilden. Die Verbindungsenden dieser Spulen sind wie bei dem Gramme-Ring in einem Kreise angeordnet. Verbindet man den ersten und den letzten Contact mit den Enden einer elektrischen Leitung, so geht der Strom durch alle Spulen der Reihe nach; verbindet man sie aber z.B. mit dem 7. und 19., so geht der Strom nur durch die dazwischen liegenden Spulen. Zur Verbindung einer Spulenreihe mit der Stromquelle dienen zwei radiale Contactarme oder Bürsten, welche auf die gewünschten Contacte unabhängig von einander eingestellt werden. Wird nun ein elektrischer Strom durch eine Spulenreihe geleitet, so zieht dieselbe den auf dem Ambos ruhenden Hammer zu sich herauf und hält ihn, bis der Strom wieder unterbrochen wird, worauf er auf den Ambos herabfällt. Jeder Oeffnung und Schlieſsung eines Contactes entspricht also ein Hammerschlag; es läſst sich nach kurzer Uebung mit dem elektrischen Hammer ebenso gut arbeiten als mit dem Dampfhammer. Beim Schlieſsen des Contactes fliegt der Hammer zuerst über seine Ruhelage hinaus und man hat daher eine gröſsere Fallhöhe, wenn man in diesem Augenblicke den Contact unterbricht.

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