Titel: Ueber gefärbte ätherische Oele.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 17 (S. 139)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi03_17

Ueber gefärbte ätherische Oele.

Nach Versuchen von K. Hock (Archiv der Pharmacie. 1883 Bd. 221 S. 17) geben Chamillenöl, Wermuthöl und das Oel von Achillea millefolii im Spectralapparate 3 Absorptionsstreifen in Roth und Orange, und zwar bei den Frauenhofer'schen Linien B, C und C ⅔ D. Destillirt man diese Oele, so erhält man anfangs farblose Producte; bei 150° jedoch gehen grünliche und blaugrüne Antheile und bei 260° und darüber intensiv blaue Destillate über. Diese letzteren zeigen auch die Streifen am deutlichsten, so daſs also dem blauen Antheile die Absorptionen zuzuschreiben sind.

Weitere Versuche ergaben, daſs auch die übrigen gefärbten ätherischen Oele denselben blauen Farbstoff, das Azulen, gemeinsam haben. Es scheint, daſs dieser Farbstoff manchmal schon in der Pflanze vorgebildet ist, oder doch bei der Destillation mit Wasserdampf erzeugt wird, während man ihn in anderen Fällen erst durch Zersetzung bei höherer Temperatur erhält. Diese Zersetzung, welche, bei Galbanum durch trockne Destillation bewirkt wird, scheint, bei der Destillation anderer Oele auf ganz ähnlichem Vorgange zu beruhen.

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