Titel: Ueber die mikroskopische Untersuchung bedruckter Baumwollstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 20 (S. 140)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi03_20

Ueber die mikroskopische Untersuchung bedruckter Baumwollstoffe.

Die Lösung der Frage, ob bei der Herstellung bedruckter Kattune der Farbstoff als solcher innerhalb der Faser erzeugt, oder ob er fertig gebildet angewendet und mittels Albumin fixirt worden ist, oder ob beide Verfahrungsarten in Anwendung gekommen sind, läſst sich nach R. Mayer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1883 * S. 455) am besten durch das Mikroskop entscheiden. Zerlegt man mittels der Nadel das Gewebe so weit, daſs die einzelnen Baumwollfasern isolirt werden, so erscheinen diese, falls sie von den Farbstoff bildenden Materialien im gelösten Zustande durchtränkt worden waren, durch ihre ganze Masse hindurch gleichmäſsig gefärbt und durchscheinend. Bei manchen Farbstoffen zeigt sich körniges Gefüge, die charakteristische Form der Faser ist aber ungeändert, der Farbstoff innerhalb derselben überall gleichmäſsig abgelagert. Bei dem Albuminverfahren dagegen erweist sich die Faser selbst als vollkommen ungefärbt; an zahlreichen Stellen findet man aber einzelne gefärbte Fetzen coagulirten Albumins, von außen angeklebt, hier und da sieht man auch solche in Folge der Maceration von der Faser losgelöst, frei im Gesichtsfelde abgelagert. Ist Bleichromat auf diese Weise fixirt worden, so erscheinen bei Anwendung von durchfallendem Lichte die Farbstoffalbuminflocken undurchsichtig und fast schwarz; bei auffallendem Lichte dagegen tritt die rothgelbe Farbe deutlich hervor. Ultramarin, mittels Albumin befestigt, erscheint in hübschen, durchscheinenden, hellblauen Flocken.

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