Titel: Elektromotorische Kraft der Dynamomaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 2 (S. 177)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi04_2

Elektromotorische Kraft der Dynamomaschinen.

Ueber die Abhängigkeit der elekromotorischen Kraft einer magneto-elektrischen Maschine vom Widerstände des äuſseren Schlieſsungskreises hat Marcel Deprez der französischen Akademie (vgl. Comptes rendus, 1882 Bd. 94 S. 1586) berichtet. Aus Versuchen mit Dynamomaschinen hatte Deprez geschlossen, daſs die elektromotorische Kraft eines innerhalb eines aus permanenten Magneten gebildeten Feldes mit unveränderter Geschwindigkeit laufenden Ringes von der Stärke des im Ringe erzeugten Stromes abhängig sei. Die der Akademie vorgelegten Versuchsreihen zeigen eine Abnahme der elektromotorischen Kraft bei Abnahme des Widerstandes, also bei Zunahme der Stromstärke. Deprez sucht die Ursache in der Unzulänglichkeit der Inductoren und empfiehlt deshalb sehr kräftige Inductoren, bewickelt mit einer mäſsigen Drahtmenge, und verstellbare Bürsten.

In einer Mittheilung an die Akademie (Comptes rendus, 1882 Bd. 95 S. 832) weist Maurice Levy darauf hin, daſs die elektromotorische Kraft einer dynamoelektrischen Maschine nicht – wie man gewöhnlich annehme – der ersten Potenz der Geschwindigkeit ihres Ringes (oder allgemeiner ihrer beweglichen Spulen) proportional sein könne, sondern sich nur durch eine unendliche nach geraden Potenzen der Geschwindigkeit fortschreitende Reihe ausdrücken lasse. Es sei deshalb räthlich, nicht bloſs das erste Glied dieser Reihe zu nehmen, sondern mindestens 2 Glieder. Levy meint, daſs auch die auf die Kraftübertragung bezügliche Partie der 1880 bei Siemens und Halske angestellten Versuche, über welche von Dr. Frölich in der Elektrotechnischen Zeitschrift 1881 * S. 134 ff. ausführlich berichtet ist, seine Ansicht zu bestätigen scheine. – Dr. Frölich weist (Daselbst 1883 * S. 66) darauf hin, daſs auch nach der auf jene Versuche von 1880 gegründeten Theorie die elektromotorische Kraft, bei gleicher Stromstärke, nicht genau proportional der Geschwindigkeit ist, sondern daſs noch ein Glied hinzutritt, welches das Quadrat der Geschwindigkeit enthält und das von dem magnetisirenden Einflüsse der Inductionsströme im Eisenkern abhängt, daſs aber nach den neueren Siemens'schen Versuchen vom J. 1882 dieses Glied sich für die untersuchte Maschine als unmerklich, die elektromotorische Kraft also proportional der Geschwindigkeit herausgestellt habe.

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