Titel: Scrivanow's Chlorsilber-Element.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 4 (S. 178–179)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi04_4

Scrivanow's Chlorsilber-Element.

Nach der Revue industrielle, 1883 * S. 101 besteht Scrivanow's Chlorsilber-Element aus einem Prisma aus Gasretortenkohle, das auf allen Flächen mit reinem Silberchlorür überdeckt ist. Dieses Prisma befindet sich in einer Lösung aus Kali- oder Natronhydrat (1,30 bis 1,45° B. welches im Mittel in 30 bis 40 Proc. Wasser gelöst ist, alles bezogen auf 15°. Als angreifbare Elektrode dient ein Cylinder oder eine Platte aus gutem Zink, welche in passende Entfernung von der Kohlenelektrode gebracht wird; bei der liegenden Form ist die Zinkplatte durchlöchert und es werden mehrere Zellen über einander gelegt, wozu die Ebonitgehäuse am Boden mit entsprechendem Falze versehen sind. Ein Verlust an Silber wird dadurch verhütet, daſs die Kohle in Asbestpapier |179| oder Asbestgewebe eingehüllt wird. Bei der stehenden Form ruht das Kohlenprisma auf einer auf den Boden des Zinkcylinders gelegte Guttaperchascheibe. Ist das Element erschöpft, d.h. alles Chlorsilber reducirt, so braucht man die Kohle mit der Asbesthülle nach dem Auswaschen nur in ein Bad einzustecken, in welchem das Silber wieder in Chlorür verwandelt wird; dieses Bad wird aus 100 G.-Th. Salpetersäure, 5 bis 6 Th. Salzsäure und ungefähr 30 Th. Wasser hergestellt. Ein sehr gutes Bad bildet auch Kalichlorochromat und Salpetersäure oder Schwefelsäure. Von anderen Chlorsilberzellen (z.B. der Marié-Davy's, vgl. 1860 155 293, mit geschmolzenem Chlorsilber in reinem Wasser) unterscheidet sich die Scrivanow'sche Zelle durch die Anwendung der alkalinischen Flüssigkeit (Warren de la Rue nahm Chlorammonium, vgl. 1877 225 260, Gaiffe Zinkchlorür, vgl. 1878 230 89. 1879 233 84). – Dieses Element ist zwar sehr kräftig, aber für industrielle Zwecke zu theuer und fordert zu häufig Behandlung wegen Erschöpfung.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: