Titel: Polychromlack für Weiſsblech.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 18 (S. 220)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi05_18

Polychromlack für Weiſsblech.

Nach C. Puscher (Kunst und Gewerbe, 1883 S. 59) zerreibt man 30g krystallisirtes essigsaures Kupfer zu feinem Pulver, läſst es ausgebreitet einige Tage an einem mäſsig warmen Orte stehen, bis Krystallwasser und ein groſser Theil der Essigsäure verdunstet sind, worauf man das hellbraune Pulver, mit 100g auf 75° erwärmten fetten Kopallack verreibt. Hat sich nach ¼ Stunde das Pulver gröſstentheils gelöst, so füllt man den Lack in eine Flasche und läſst einige Tage an einem warmen Orte unter öfterem Umschütteln stehen. Das nicht gelöste essigsaure Kupfer wird bei der nächsten Bereitung verwendet.

Der dunkelgrüne Lack gibt auf Weiſsblech erst beim 4. oder 5. Anstrich eine schöne, grüne, beständige Lüsterfarbe; es genügen aber schon 2 Anstriche, um durch Erhitzen in einem Trockenschrank die verschiedensten Goldfarben zu erzeugen. Je nach Temperatur und Dauer der Erwärmung erhält man in Folge der Reduction des gelösten Kupferoxydes zu Kupferoxydul grünliche, gelbe oder dunkelgelbe Goldfarben, dann orange, schlieſslich rothbraune. Die Farben übertreffen an Feuer die mit englischem Goldlack hergestellten Bleche und haben noch den Vorzug der Lichtbeständigkeit.

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