Titel: Gaulard und Gibbs' System der Elektricitätsvertheilung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 6 (S. 258)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi06_6

Gaulard und Gibbs' System der Elektricitätsvertheilung.

Um den Unternehmern es zu ermöglichen, den für eine gröſsere Anzahl von Abnehmern zu liefernden elektrischen Strom mit dem ihnen am bequemsten und in der Herstellung billigsten Potential zu erzeugen und zugleich den Abnehmer vom Lieferer unabhängig zu machen und ihn in den Stand zu setzen, den ihm gelieferten Strom in jeder ihm passenden Weise und für jeden beabsichtigten Zweck zu verwenden, wollen Gaulard und Gibbs den von der Centralstation aus durch die Hauptleiter gesendeten Strom lediglich zur Erzeugung von Inductionsströmen an jeder Stelle benutzen, wo Elektricität abgegeben werden soll. Ihr Inductor, welcher z. Z. in der Westminster-Aquarium-Ausstellung ausgestellt ist, besteht nach Engineering, 1883 Bd. 35 * S. 205 aus 4 aufrecht neben einander angeordneten Rollen, deren jede wieder aus 4 Spulen gebildet ist; die Eisenkerne der Rollen lassen sich mittels Zahnstange und Getriebe mehr oder weniger tief in die Rollen eintauchen; ein vertikaler Walzenumschalter gestattet, die Spulen in beliebiger Weise parallel und hinter einander zu schalten, und das nämliche kann auch mit den Rollen geschehen, da das obere und das untere Drahtende einer jeden Rolle an eine Klemme auf dem oberen Brette des Inductors geführt sind und die Klemmen sich durch kurze Drahtstücke beliebig unter einander verbinden lassen. Ein anderer Umschalter gestattet die Ein- und Ausschaltung der einzelnen primären Rollen, durch welche die Erfinder Wechselströme zu senden beabsichtigen.

Den Beweis für eine ökonomische Wirkung dieses Systemes haben Gaulard und Gibbs noch nicht erbracht. Ueberdies weist unsere Quelle darauf hin, daſs im J. 1877 schon Jablochkoff ein englisches Patent auf die Verbindung eines Elektricitätserzeugers mit Inductionsrollen und Lampen genommen und auch De Méritens und Bright vorläufigen Schutz auf Aehnliches nachgesucht, die Sache aber nicht weiter verfolgt hätten. In Deutschland wurde eine ganz gleiche Anordnung für B. H. Enuma in Amsterdam unter Kl. 21 Nr. 20825 vom 22. December 1881 ab patentirt.

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