Titel: Heizungs- und Lüftungsanlagen im Bonner Krankenhause.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 7 (S. 258–259)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi06_7

Heizungs- und Lüftungsanlagen im Bonner Krankenhause.

Die 3 chirurgischen Kliniken der akademischen Krankenhausanlage in Bonn haben für die Zimmer Dampfluftheizung, für die Flure und Treppenhäuser direkte Dampfheizung erhalten in Verbindung damit ist Pulsionslüftung angeordnet. Wie Klahr in der Wochenschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1883 * S. 122 mittheilt, wurden im Keller eines jeden Gebäudes mehrere Heizkammern eingerichtet, in welchen guſseiserne, mit Dampf von 2at gespeiste Rippenregister aufgestellt wurden. In diese Heizkammern wird durch Flügelgebläse frische Auſsenluft eingepreſst, welche aus den Höfen entnommen und mittels Luftfilter – bestehend aus mit groſsmaschigem Gewebe überspannten Rahmen, über welche aus Rinnen fortwährend Wasser flieſst – gewaschen wird. Die Luftgeschwindigkeit wird entsprechend den Anemometeranzeigen durch Drosselklappen regulirt. Zur Sommerlüftung wird die frische Luft unmittelbar aus den Heizkammern nach den Krankenzimmern geleitet, ohne durch die Register erwärmt zu werden, wo sie aus den über Manneshöhe angelegten Oeffnungen strömt und die verdorbene Zimmerluft durch Abzugskanäle, deren |259| Mündungen in der Nähe des Fuſsbodens liegen, bis über Dach ins Freie treibt. Bei der Winterlüftung wird die frische Luft an den Heizregistern erwärmt und strömt dann in die zu heizenden Räume; die verdorbene Zimmerluft entweicht hierbei durch dieselben Abzugskanäle wie bei der Sommerlüftung.

Bei dieser Anlage ist hauptsächlich Gewicht darauf gelegt, die eintretende Luftmenge stets gleich zu erhalten, und zwar werden für jeden Kranken 100cbm Ventilationsluft gefordert, für den Operationssaal und die Sammlungen ein 2 maliger, für die Flure und Treppenhäuser ein 1 maliger und für die Bäder und Closets ein 3maliger Luftwechsel stündlich. Es sind deshalb auſser den gewöhnlichen Drosselklappen der Luftzuführungs- und Abführungskanäle noch Mischklappen in die von den Heizkammern nach den zu lüftenden Räumen führenden Luftkanäle an den Kreuzungspunkten derselben mit besonderen aus den Heizkammern kommenden Kaltluftkanälen eingeschaltet. Mittels dieser Mischklappen, welche von den Krankenzimmern aus eingestellt werden, läſst sich also je nach Bedarf nur kalte oder warme oder beliebig gemischte Luft von stets gleichem Rauminhalte einführen, während durch die gewöhnlichen Drosselklappen die Heizung nur auf Kosten der eingeführten Luftmenge geregelt werden kann.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: