Titel: Herstellung eines goldfarbenen oder grünen Lüsterüberzuges auf Messing.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 17 (S. 304)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi07_17

Herstellung eines goldfarbenen oder grünen Lüsterüberzuges auf Messing.

Die französischen, aus hellem, billigem Messing hergestellten Guſs- und Blechwaaren haben eine schöne, durch einen Kupferüberzug erzeugte Goldfarbe, welche nicht durch den am Licht bleichenden Goldlack ersetzt werden kann.

Zur Herstellung dieses Kupferüberzuges löst man nach C. Puscher (Kunst und Gewerbe, 1883 S. 59) 50g Aetznatron und 40g Milchzucker in 11 Wasser, erhitzt ¼ Stunde lang zum Sieden, entfernt das Gefäſs mit der dunkelgelben Lösung vom Feuer und setzt unter Umrühren 40g einer kalten, gesättigten Lösung von Kupfervitriol hinzu. Hat sich die Flüssigkeit auf 75° abgekühlt und das ausgeschiedene Kupferoxydul abgesetzt, so stellt man die in einem Holzsiebe befindlichen polirten Messinggegenstände hinein. Ist nach etwa 2 Minuten die Goldfarbe genügend dunkel, so werden die Gegenstände mit dem Siebe herausgenommen, gewaschen und in Sägespänen getrocknet. Läſst man die Messingwaaren länger in der Kupferlösung, so entsteht eine anfangs gelbe, dann blaugrüne Lüsterfarbe; schlieſslich treten die bekannten Irisfarben ein. Zur Erzielung gleichmaſsiger Farben ist die Temperatur auf 60 bis 75° zu halten.

Das Kupferbad kann wiederholt benutzt und in einer gut verschlossenen Flasche aufbewahrt werden. Nach dem Ausnützen kann man das Bad durch Zusatz von 10g Aetznatron, der verdampften Menge Wasser, Erhitzen zum Sieden und Hinzufügen von 25g Kupfervitriollösung wieder auffrischen. Wird statt Milchzucker Glycerin, Natronweinstein o. dgl. verwendet, so erhält man weniger gleichartige Farben, weil diese die Kupierlösung zu rasch reduciren. Auch das früher (1870 195 375) vom Verfasser angegebene Verfahren zur Herstellung von Lüsterfarben mittels Schwefelmetallüberzügen gibt nicht so schöne Farben.

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