Titel: Ueber die Wirkung der Metalle auf Oele.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 8 (S. 302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi07_8

Ueber die Wirkung der Metalle auf Oele.

Im Anschlusse an die Arbeiten von Chevreul (Memoires de l'Académie, Bd. 22) hat A. Livache (Comptes rendus, 1883 Bd. 96 S. 260) die Wirkung von fein vertheiltem Blei, Kupfer und Zinn auf Oele untersucht. Kräftig wirksam zeigte sich nur das Blei; dasselbe wurde erhalten durch Fällen einer Bleilösung mit Zink, Waschen mit Wasser, Weingeist und Aether und Trocknen im luftleeren Räume. Befeuchtet man dieses Bleipulver mit Oel und setzt das Gemisch der Luft aus, so nimmt es um so rascher an Gewicht zu, je leichter das Oel unter gewöhnlichen Verhältnissen trocknet. Leinöl, dessen Gewichtszunahme bereits nach 36 Stunden beendet ist, während dieses ohne Blei erst nach Monaten geschieht, bildet eine elastische Masse. Die Gewichtszunahme verschiedener Oele mit oder ohne Blei betrug:

Mit Blei Ohne Blei
Nach 2 Tagen nach 7 Tagen nach 8 Monat
Leinöl 14,3 Proc 11 Proc.
Nuſsöl 7,9 6
Mohnöl 6,8 3,7
Baumwollsamenöl 5,9 0,8
Buchöl (Faine) 4,3 2,6
Rüböl (Colza) 2,9 Proc 2,6
Sesamöl 2,4 2,0
Erdnuſsöl 1,8 1,3
Rübsenöl (Navette) 2,9 0,9
Olivenöl 1,7 0,7

Das eigentümliche Verhalten des Baumwollsamenöles erklärt seine Verwendung zum Verfälschen sowohl des Leinöles, als auch des Baumöles. Die Begünstigung der Oxydation vieler Oele durch das metallische Blei ist begleitet von der Zersetzung des Glycerins, auf welches das Blei besonders stark einwirkt. Unter Luftabschluſs in Glycerin gelegtes Blei löst sich dem entsprechend auf, indem es dem Glycerine zunächst Sauerstoff entzieht.

Livache schlägt vor, zur Herstellung heller Firniße die Oele mit fein vertheiltem Blei zu behandeln, statt sie zu kochen.

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