Titel: Heber die Beziehungen des Schwefels zum Kohlenstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 14 (S. 347–348)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi08_14

Heber die Beziehungen des Schwefels zum Kohlenstoffe.

Berthelot (Comptes rendus, 1883 Bd. 96 S. 298) führt aus, daſs Schwefeldioxyd sich theilweise nach der Gleichung: 3SO2 = 2SO3 + S zersetzt, wenn man elektrische Funken hindurchschlagen läſst, wie bereits von Buff, Deville u.a. beobachtet wurde. Kohlenoxyd wird durch den elektrischen Funken zum geringen Theile zerlegt in Kohlendioxyd und Kohle: 2CO = CO2 + C. Dieselbe Zersetzung findet schon bei Rothglühhitze statt, wenn man das Kohlenoxyd durch ein mit Bimssteinstückchen gefülltes Porzellanrohr streichen läſst. Immer aber erstreckt sich diese Zersetzung nur auf einen geringen Theil des Gases.

Leitet man Schwefeldioxyd durch ein mit Holzkohle gefülltes, rothglühendes Porzellanrohr, so entstehen nach der Gleichung: 4SO2 + 9C = 6CO + 2COS + CS2 Kohlenoxyd, Kohlenoxysulfid und Schwefelkohlenstoff. Gleichzeitig scheidet sich etwas Schwefel ab nach der Formel SO2 + 2C = 2CO + S. Beim Siedepunkte |348| des Schwefels wirkt Kohlensäure nicht auf denselben ein. Leitet man aber Schwefeldampf gemengt mit Kohlendioxyd durch ein rothglühendes Porzellanrohr, so bildet sich, wohl in Folge einer vorherigen theil weisen Dissociation von Kohlendioxyd in Kohlenoxyd und Sauerstoff, etwas Kohlenoxysulfid, Kohlenoxyd und Schwefligsäure. Wird ein Gemenge von Kohlenoxyd und Schwefeldioxyd durch ein rothglühendes Porzellanrohr geleitet, so wird ein Theil des letzteren reducirt: 2CO + SO2 = 2CO2 + S.

Berthelot bespricht dann die Zersetzungen der entsprechenden Kaliumsalze und folgert daraus, daſs die Verbrennungsproducte des Schießpulvers je nach der Dauer der Verbrennung und Abkühlung in Folge secundärer Zersetzungen verschieden sein werden.

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