Titel: Leblanc und Loiseau's Pedal für selbstthätige Eisenbahnsignale.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 3 (S. 388)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi09_3

Leblanc und Loiseau's Pedal für selbstthätige Eisenbahnsignale.

Das auf einigen französischen Bahnen versuchsweise benutzte Pedal, mit welchem Leblanc und Loiseau in Paris einen vorüberfahrenden Eisenbahnzug selbstthätig ein Signal geben lassen wollen, unterscheidet sich von älteren wesentlich dadurch, daſs es nicht parallel zu den Schienen und zwischen denselben liegt, sondern auſserhalb und normal1) zu ihnen und daſs die übrigen Theile von dem Pedalhebel vollständig getrennt sind, so daſs sich die Stöſse von letzterem nicht auf erstere fortpflanzen können. Die Achse des Pedals liegt parallel zu den Schienen; der kürzere Arm des Pedalhebels liegt nach den Schienen hin und sein Ende ragt in der Ruhelage ein wenig über die Schiene an deren Auſsenseite empor, so daſs er nicht vom Spurkranze, sondern von der Lauffläche der Räder getroffen wird. Das erste darüber hin fahrende Rad hebt den längeren Arm des Hebels, der mit einem schweren Gewichte belastet ist und bisher auf der oberen Fläche eines Blasbalges geruht und denselben zusammengedrückt gehalten hatte, rasch in die Höhe; der Blasbalg folgt unter der Wirkung zweier Federn rasch nach und verhindert, daſs sich das Pedal wieder senke und an seinem kürzeren Arme auch von den nachfolgenden Rädern getroffen werde. Der empor gehende längere Arm gestattet zugleich zwei Contactfedern, mit einander in Berührung zu kommen und einen Stromkreis zu schlieſsen. Der so in die Leitung gesendete Strom zeigt nun entweder auf der Station die Fahrgeschwindigkeit und den jedesmaligen Ort des ankommenden oder abgehenden Zuges an, oder er kann ein Distanzsignal geben. Im letzteren Falle wurden bei einer eingeleisigen Bahn zwei Pedale in 1000 bis 1200m Entfernung vom Signale aufgestellt und letzteres so eingerichtet, daſs der erste Strom zwei Blenden vor einer Tafel mit der Aufschrift: „Fahrt verboten“ auf beiden Seiten beseitigt, der zweite aber die Blenden wieder vorstellt. So wirkt das Signal für beide Fahrtrichtungen zugleich; doch kommt es in Unordnung, wenn durch Zufall ein Pedal niedergedrückt wird, sofern es dann nicht auch noch ein zweites Mal gedrückt wird. Eine Verwendung dieses Pedales für Blocksignale ist noch nicht versucht worden. (Nach den Annales des Ponts et Chaussees, 1883 Bd. 5 * S. 405. Annales des Mines, 1883 Bd. 2 * S. 353 und 361.)

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Auch von Anderen sind früher schon normal zu den Schienen liegende Pedale angewendet worden, z.B. von Schellens (vgl. 1881 242 * 424), von Krämer (vgl. Zetzsche: Handbuch der elektrischen Telegraphier 4. Bd. S. 663).

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