Titel: Ayrton und Perry's elektrischer Energiemesser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 4 (S. 388–389)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi09_4

Ayrton und Perry's elektrischer Energiemesser.

Das im Centralblatt für Elektrotechnik, 1883 * S. 238 abgebildete Ergmeter von Ayrton und Perry besteht im Wesentlichen aus einer guten Pendeluhr. Die Linse des Pendels ist durch eine Drahtrolle von 1000 Ohm Widerstand ersetzt. Parallel zu dieser Rolle ist eine dickdrähtige Rolle angebracht. Die letztere wird in den Hauptstromkreis zum Messen der Stromstärke, die erstere als Nebenschluſs zum Nutzwiderstand, also zum Messen der Spannung eingeschaltet. Die Stromrichtung in den Rollen ist derart, daſs sich dieselben abstoſsen. In Folge dessen wird die auf das Pendel wirkende Kraft vermindert; die Schwingungsdauer wird also gröſser und die Uhr bleibt zurück. Dieses Nachbleiben der Uhr ist nun, nach den Angaben der Erfinder, der verbrauchten Arbeit proportional. Ist i die Stromstärke und e die Potentialdifferenz des Nutzwiderstandes, so ist ie : 736 der im Nutzwiderstande verbrauchte Effect in Pferdestärken. Nun ist die Schwingungsdauer des Pendels:

. . . . . . (1)

|389|

wenn die magnetische Kraft verzögernd wirkt. Ist nun T die Schwingungsdauer bei stromlosem Zustande, so ist:

. . . . . . . . (2)

Nimmt man nun die elektrodynamische Kraft hinreichend klein, so daſs man die Gleichung (2) mit ausreichender Annäherung schreiben kann:

. . . . . . . . (3)

so ist der Zeitverlust der Uhr , also proportional dem Effecte ie. Es ist daher der Zeitverlust innerhalb eines beliebigen Zeitraumes dem proportional.

Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daſs M. Deprez am 15. März und 5. April 1880 der französischen Akademie Mittheilungen über einen Energiemesser gemacht hat, welcher in La Lumière electrique, 1880 Bd. 2 * S. 170 und 1882 Bd. 6 * S. 487 beschrieben ist; derselbe enthält innerhalb einer festliegenden, flachen, vertikalen Spule mit dünnem Drahte eine um eine horizontale Achse drehbare horizontale Spule mit dickem Drahte, welche mit einem über einer Bogenskala spielenden Zeiger und mit einem nach unten gerichteten Arme mit einem Gegengewichte versehen ist, welches eine mit dem Sinus des Ablenkungswinkels wachsende Gegenkraft liefert. Das Product der Stärken der Zweigströme in den beiden Spulen ist proportional dem Producte , d. i. der in der Zeiteinheit durch den Stromkreis, in welchen die beiden Spulen des Instrumentes parallel zu einander eingeschaltet sind, flieſsenden Energie. Dieser Apparat ist unterm 2. April 1880 in Frankreich patentirt worden, zugleich mit einem Totalisator für .

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