Titel: Einfluſs der Temperatur auf den elektrischen Widerstand von Mischungen von Schwefel und Kohlenstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 5 (S. 389)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi09_5

Einfluſs der Temperatur auf den elektrischen Widerstand von Mischungen von Schwefel und Kohlenstoff.

Nach Sh. Bidwell's Versuchen wächst der Leitungswiderstand von Mischungen aus Schwefel und Kohlenstoff mit der Temperaturzunahme, obwohl das Verhalten der einzelnen Bestandtheile ein Sinken desselben erwarten läſst. Bidwell erhitzte den Schwefel bis 115°, also wenig über seinen Schmelzpunkt 110°, rührte fein gepulverten Graphit ein und goſs Stangen dieser Mischung, welche er schnell erkalten lieſs. In beide Enden solcher Stangen, welche in ihrem Aussehen, der schiefergrauen Farbe und dem an Guſseisen erinnernden Bruche dem Selen ähneln, wurden rothglühende Platindrähte eingepreſst und mittels eines Reflectionsgalvanometers die Aenderungen im Leitungswiderstande beobachtet. Die erzielten Veränderungen waren deutlich den Wärmestrahlen (des Sonnen- oder Magnesiumlichtes, einer Gasflamme, des warmen Fingers u.s.w.) zuzuschreiben. Eine Mischung von 20 G.-Th. Schwefel auf 9 Th. Graphit erwies sich als zweckdienlichst; schnelles Abkühlen machte das Material empfindlicher, obwohl es den specifischen Widerstand etwas erhöht. Der Widerstand der Mischung betrug 9100 Ohm bei 15°, war bei 55° 6 mal so groſs, stieg ziemlich regelmäſsig, obwohl schneller mit höherer Temperatur, erreichte bei 100° sein Maximum und fiel dann wieder. – Mischungen, mit Lampenruſs in verschiedenen Verhältnissen hatten auch ein solches Maximum.

Diese Mischung von Schwefel und Kohle erwies sich als ganz wirksam für ein Mikrophon, namentlich bei Anwendung einer stärkeren Batterie von 20 Leclanché-Elementen. (Nach der Elektrotechnischen Zeitschrift, 1883 S. 226.)

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