Titel: Zur Verarbeitung von Glas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 13 (S. 431–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi10_13

Zur Verarbeitung von Glas.

Nach W. Preußler in Liegnitz (D. R. P. Kl. 32 Nr. 22091 vom 25. Juli 1882) wird zur Herstellung einer gepreßten Emailschicht auf Glas eine im halbtrockenen |432| Zustande sehr zähe Masse aus trockenem Email, dickem Kienöl und Dammarlack auf das Glas aufgetragen. Nach dem Antrocknen wird die Bemalung eingepreſst, indem man sie mit gezahnten Rädchen überführt, oder indem man gepreſstes Papier u. dgl. auflegt und die Erhabenheiten derselben mittels Gummiwalze oder Bürste in das Email eindrückt. Das Email wird dann gebrannt. Es lassen sich so die Formen der Figur in schwachem Relief wiedergeben, ebenso die Vogelfedern, die Thierhaare, die Rippung der Blätter u. dgl.

Um Intarsien ähnliche, feinlinige Ornamente auf Glas herzustellen, wird nach H. Deutsch in Zweibrücken (D. R. P. Nr. 22248 vom 27. Juni 1882) das Glas mit Lack überzogen und in diesem das Ornament mit einem Stifte radirt, dann die Zeichnung mit dünner Leimlösung bestrichen und mit Blattmetall belegt. Nach dem Trocknen erhält dieses zunächst einen Anstrich mit einer Spirituosen Schellacklösung, dann mit Lack oder Oelfarbe.

Zur Herstellung von Kathedralglas werden nach A. Freystadt in Hannover (D. R. P. Nr. 22306 vom 9. August 1882) farbig überfangene oder durch die ganze Masse gefärbte, geblasene oder gegossene Glastafeln mit einem durch Wasser zu einem Breie angerührten Gemische von gleichen Theilen pulverisirtem Basalt, Potasche, Salpeter und calcinirtem Borax überstrichen und nach dem Trocknen einer Glühhitze ausgesetzt, welche hinreichend ist, die aufgetragene Mischung zu schmelzen, wobei gleichzeitig die Glastafel mit erweicht wird, deren Abkühlung dann auf bekannte Weise erfolgt.

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