Titel: Selbstthätige Förderung für Menschen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 248/Miszelle 2 (S. 469–470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj248/mi248mi11_2

Selbstthätige Förderung für Menschen.

Eine selbstthätige Förderung für Menschen bei Schachttiefen von 40 bis 50m, wie sie in australischen Goldminen mehrfach im Gebrauche steht, ist in den Annales des Mines, 1882 * S. 402 von Haton de la Goupillière beschrieben; sie erinnert an das Prinzip der Köpe'schen Förderung (1878 230 * 117). Um einen über dem Schachte stehenden Haspel ist in mehrfachen Windungen ein Sei |470| geschlungen, welches an jedem Ende einen Haken trägt. Ein zweites Seil kann mit. diesem verbunden werden, wodurch dann ein Seil ohne Ende entsteht, dessen eines Trum das andere ausbalancirt. Vor dem Einfahren läſst der Bergmann an dem einen Seiltrume ein Gewicht von 50k (Sack mit Sand oder Gestein) in den Schacht hinab und bildet dann aus dem Ende des Seiles durch Einlegen des Hakens in einen Knoten eine Schleife, in welche er sich hineinsetzt und den Haken des zweiten Seiles unter sich in die Schleife hakt. Das andere Ende dieses Seiles ist an dem Gegengewichte befestigt. Beim Fahren hat dann der Mann das zweite Seiltrum zwischen den Beinen und kann durch Bremsen mit der Hand die Geschwindigkeit reguliren. Das Ausfahren geschieht auf dieselbe Weise, wobei der Bergmann nur die halbe Differenz zwischen dem eigenen und dem Gewichte des Backes durch Ziehen am anderen Seiltrume zu heben hat. Fahren ganze Belegschaften ein, so hat natürlich nur der letzte Mann sich selbst hinab zu fördern, die übrigen werden von den Kameraden mittels des Haspels heruntergelassen bezieh. vom zuerst Ausgefahrenen wieder zu Tage gefördert.

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