Titel: Elphinstone und C. Vincent's Dynamomaschine.
Autor: Vincent, C.
Fundstelle: 1883, Band 249 (S. 119–121)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj249/ar249042

Elphinstone und C. Vincent's Dynamomaschine.

Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 9.

Seit 1879 haben Lord Elphinstone und C. W. Vincent eine Reihe von Untersuchungen über dynamo-elektrische Maschinen angestellt1) und auf |120| Grand derselben die nach Iron, 1883 Bd. 21 S. 199 und Engineer, 1883 Bd. 55 S. 14 nachstehend in der Ansicht und in Fig. 8 und 9 Taf. 9 im Längsschnitte und Querschnitte abgebildete Maschine hergestellt. Dieselbe besitzt eine cylindrische Trommel aus Papiermasse, auf welche die Bewickelung in Form von sattelförmigen, platten Drahtrollen der Länge nach aufgelegt ist, die denselben Zweck erfüllen wie die Drahtrollen des Gramme'schen. Ringes. Das eine Ende einer Sattelrolle ist nach dem Commutator, das andere nach dem Anfange der nächsten Rolle geführt u.s.w. Die einzelnen Rollen lassen sich leicht und schnell auswechseln, wenn sie beschädigt werden. Die so hergestellte Armatur besteht aus 18 Abtheilungen von doppeltem Draht, d.h. aus 36 Rollen; der Widerstand der Armatur zwischen den Bürsten beträgt nur 0,0374 Ohm, ist also zufolge der gewählten Schaltung nur klein, obgleich verhältniſsmäſsig dünner Draht verwendet ist. Die Armatur enthält also kein Eisen; daher tritt auch kein Magnetisiren und Entmagnetisiren ein und gerade dies halten Elphinstone und Vincent am vortheilhaftesten und wirksamsten für den Bau von Dynamomaschinen. Nachweislich kann man einen elektrischen Nutzeffekt von 82,9 bis 84,5 oder von 91 Proc. (ersteres bei Parallelschaltung, letzteres bei Hintereinanderschaltung der erregenden Magnete) erlangen, je nachdem man die höchste Leistung für le oder das Maximum des Stromes ohne Rücksicht auf die Pferdekraft wünscht; der Wechsel zwischen diesen Nutzeffekten kann in wenig Sekunden herbeigeführt werden. Als erregende Elektromagnete dienen 6 Hufeisen, 3 auſserhalb und 3 innerhalb der cylindrischen Armatur; jedem inneren Nordpole steht von auſsen ein Südpol gegenüber. Der Widerstand eines einzelnen Schenkels der Auſsenmagnete ist 1,93 Ohm. Das Gewicht der Maschine beträgt 1320k.

Textabbildung Bd. 249, S. 120

Die elektromotorische Kraft an den Bürsten liegt je nach der Geschwindigkeit, dem äuſseren Widerstände u.s.w. zwischen 68 und 90 Volt. |121| Bei Lieferung eines Stromes von 240 bis 260 Ampère – der für mehr als 400 Swan-Lampen ausreicht – erwärmt sich die Armatur nur wenig. Bei 855 Umdrehungen in der Minute liefert eine Maschine mit Trommel von 457mm Durchmesser Strom genug für 288 Swan-Lampen; bei 950 Umdrehungen für 416 Lampen in ihrer vollen Lichtstärke (wie in der Elektrischen Ausstellung im Aquarium), bei 15 bis 18 Kerzen Lichtstärke für noch mehr Lampen. Jetzt ist die Geschwindigkeit etwa 1000 Umdrehungen; sie kann aber leicht auf 1500 gesteigert werden. Die in der Unwin'schen Druckerei in London, Ludgate Hill, aufgestellten Maschinen speisen Bogenlichter und Glühlampen zugleich. Leicht können solche Maschinen von einer Gröſse gebaut werden, daſs sie eine ganze Stadt zu erleuchten vermögen.

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Unter Nr. 2893 vom 13. Juli 1880 erlangten die Genannten in England ein Patent auf Verbesserungen der ihnen unter Nr. 332 vom 27. Januar 1879 patentirten Maschine, nach denen die Maschine im Wesentlichen schon die nämliche Anordnung zeigt, wie jetzt (vgl. Telegraphic Journal , 1881 Bd. 9 S. 131).

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