Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Toluol aus Steinkohlentheer.Setzt man nach Laubenheimer zu einer verdünnten Lösung von Phenanthrenchinon in Eisessig einige Tropfen Toluol, tröpfelt unter Abkühlung concentrirte Schwefelsäure hinzu und versetzt nach einigen Minuten mit Wasser, so scheidet sich ein Farbstoff aus, welcher beim Schütteln mit Aether in diesen mit prächtig violettrother Farbe übergeht. Diese Reaction, welche das beste Theertoluol zeigt, kommt nun aber nach Versuchen von V. Meyer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1883 S. 1624) dem reinen Toluol selbst nicht zu, da mit concentrirter Schwefelsäure behandeltes Toluol diese Reaction nicht zeigt. Das reinste Theertoluol enthält etwas Schwefel. Schüttelt man es aber mit concentrirter Schwefelsäure, wäscht es dann mit Wasser und Alkalien und destillirt es, so ist es frei von Schwefel. Es scheint somit im Theere neben den aromatischen Kohlenwasserstoffen eine bisher übersehene Reihe von Substanzen enthalten zu sein, deren erstes Glied das Thiophen ist (vgl. S. 231 d. Bd.) und deren Angehörige in ihren Eigenschaften den einzelnen Gliedern der Benzolreihe gleichen. –––––––––– |
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