Titel: Albro's Fräsmaschine für Zahnräder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250 (S. 59–61)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/ar250020

Albro's Fräsmaschine für Zahnräder.

Mit Abbildungen auf Tafel 6.

Von den verschiedenen Räderfräsmaschinen sind nur sehr wenige geeignet, genaue Schneckenräder zu schneiden; man begnügt sich daher in den meisten Fällen mit Schraubenrädern, deren Zähne aus sehr steilen Gängen bestehen. Solche Räder lassen sich allerdings auf jeder Fräsmaschine |60| leicht herstellen, sind aber der Abnutzung stark unterworfen. Eine Maschine, welche Schraubenräder von geometrisch richtiger Form darzustellen gestattet, hat nun C. E. Albro in Philadelphia (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 21466 vom 15. August 1882) patentirt erhalten.

Wie leicht einzusehen, ist die richtige Zahnform eines jeden Rades aus einem zusammenarbeitenden Räderpaare nichts Anderes als die Umhüllung des zweiten Rades, wenn dieses die entsprechende Relativbewegung gegen ersteres vollführt. In gröſster Allgemeinheit ist diese Anschauung in einer Abhandlung von F. Henneberg im Civilingenieur, 1883 * S. 1 durchgeführt und zur Ermittelung von Herstellungsmethoden für alle Arten von Zahnrädern benutzt. Bei der vorliegenden Maschine ist wenigstens die Herstellung genauer Schneckenräder auf dieses Prinzip gegründet, indem dieselben durch eine der Gestalt der zum Zusammenarbeiten mit dem Rade bestimmten Schnecke congruente Fräse geschnitten werden, wobei gleichzeitig eingeschaltete Zwischenräder die entsprechende Drehung des Rades gegen die Fräse vermitteln.1)

Die Fräserwelle N (Fig. 6 und 8 Taf. 6), welche mittels des Stirnräderpaares N1, N2 von der Riemenscheibe P angetrieben wird, sitzt mit dem ihr zugehörigen Bewegungsmechanismus an der Platte K, welche unter dem Tische F1 in Schwalbenschwanzführungen mittels einer Schraube verstellbar ist, während letzterer wieder mit der Platte E1 verbunden ist. Die Platte E1 wird an ihren Ansätzen E2 mittels Kopfschrauben e1 in concentrischen Schlitzen e zweier Backen D eines in vertikalen Führungen verschiebbaren Tisches C in entsprechender Schräge eingestellt. Die Bewegung der Fräserachse wird durch ein Kreuzgelenk Q auf eine Welle Q1 übertragen, welche mittels eines Rädergehänges die Achse E umtreibt. Das Lager der Welle Q1 sitzt an der äuſsersten Kante des Tisches C; ein Arm R, der durch den Schlitz R1 an dem Zapfen r des Tisches C geführt wird, ist auf der Welle Q1 drehbar. Das andere Ende des Hebels R ist durch einen Hebel R2 mit dem um die Achse E drehbaren Schlitzarm R3 verbunden, welcher die Achsen des die Achse E betätigenden Rädergehänges aufnimmt. Die Umdrehung von E wird demnach in jeder Höhenlage der Fräserwelle N hezieh. seines Tisches C im richtigen Verhältnisse ungestört erfolgen. Die auf der Achse E sitzende Schraube treibt ein groſses Schraubenrad G, welches die das zu führende (punktirt gezeichnete) Rad tragende Spindel H umdreht.

Beim Schneiden von Schneckenrädern, wozu die Maschine in erster Linie dienen soll, erhält der Fräser bezieh. der Tisch C eine senkrechte Schaltbewegung (radial zu dem zu schneidenden Rade); dies geschieht von der Welle H aus durch eine von dieser mittels Kegelräder S, S1 bethätigte Kurbelscheibe U, welche einen vertikalen Arm U1 in hin- und |61| hergehende Bewegung versetzt. Dieser dreht entsprechend mittels seines Schalthakens U2 ein Schaltrad und damit die Welle V ruckweise um. Die Welle V ist in Lagern Y der Wangen B gelagert und theilt ihre Bewegung durch Kegelräder den beiden Spindeln W mit, welche ihre Muttern in Ansätzen des Tisches C finden. Die festgelagerten Schraubenspindeln W werden demzufolge ihre Bewegung in eine Verschiebung des Tisches C umwandeln. Die Schaltung ist in bekannter Weise veränderlich zu machen. Die beschriebene Vorrichtung läſst den Schlitten C sammt der Fräserachse bei jeder Umdrehung der Tragspindel H bezieh. des zu fräsenden Rades um eine gewisse, von dem Hub des Schalthakens abhängige Gröſse, die Spanstärke, herabsinken.

Sollen Schnecken angefertigt werden, so muſs das Arbeitstück auf die Fräserwelle N und der Fräser auf die Tragspindel H gesteckt werden.

Während die Maschine zum Fräsen von Schraubenrädern in der beschriebenen Anordnung zur Benutzung gelangt, wird beim Fräsen von Stirn- und Kegelrädern die Verbindung zwischen der Fräserachse N und der Spindel H aufgehoben und muſs letztere von Hand entsprechend der Zähnezahl des zu schneidenden Rades für jeden Zahn eingestellt werden. Die Schaltbewegung des Fräsers erfolgt in diesem Falle mit Hilfe der Schraubenspindel L von Hand oder auch mechanisch auf die bekannte Weise mittels Schaltrad und einer durch Excenter bewegten Kette. Beim Fräsen von Kegelrädern wird die Platte E1 unter dem entsprechenden Neigungswinkel eingestellt.

Die Fräser zum Schneiden von Sehraubenräderzähnen sind in Fig. 7, 9 und 10 Taf. 6 dargestellt. Die Schneidezähne i sind um die Nabe o spiralförmig gewunden und mit Längsfurchen m versehen, so daſs radial stehende Schneideflächen f gebildet werden. Die durch die Wurzel der Schneidezähne gelegte Curve d entspricht dem äuſseren Umfange der Zähne des zu schneidenden Schraubenrades.

|60|

Eine gleichfalls auf diesem Prinzipe beruhende Maschine von Gauthier zum Schneiden genauer Schneckenräder ist in Armengaud's Publication industrielle, 1881 Bd. 27 * S. 119 beschrieben.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: