Titel: Der Greenway-Wellenbrecher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250 (S. 108–109)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/ar250041

Der Greenway-Wellenbrecher.

Mit Abbildungen auf Tafel 10.

In der Fischerei-Ausstellung zu London sind nach dem Iron, 1883 Bd. 22 S. 157 unter der Bezeichnung „Greenway Breakwater“ Apparate von E. C. Greenway Thomas in London ausgestellt worden, welche dazu dienen sollen, gegen den Strand andringende Meereswellen so zu brechen, daſs sie sich selbst bekämpfen. Der Wellenbrecher ist auf den Satz gegründet, „daſs es leichter, einfacher, vortheilhafter und verständiger sei“, die Gewalt der Naturkräfte sich dienstbar zu machen, statt – mit groſsem Kostenaufwande – sich ihnen entgegen zu stemmen. Diese Idee ist auf folgende Art in die Wirklichkeit übertragen worden.

Der Ort, für welchen man ruhiges Wasser zu haben wünscht – sei es um Schiffen Schutz gegen den Wellenschlag zu gewähren, oder um den zerstörenden Einfluſs desselben auf den Strand zu mindern, ist von der offenen See durch eine Reihe von Bojen getrennt. Dieselben sind so geformt, daſs sie die Wellen spalten, und derart angeordnet, daſs diesen getheilten Wasserkörpern ein Weg – in Curven – angewiesen wird, auf welchem sie sich begegnen, also bekämpfen müssen, bis ihre lebendige Kraft erschöpft ist. Diese Bojen sind deshalb nach vorn zu-geschärft, so zwar, daſs ihr Horizontalschnitt ein gleichschenkeliges Dreieck von rund 3m × 3m × 3m,7 Seitenlänge ist, dessen eine Spitze der Wellenströmung zugekehrt ist, während die anschlieſsenden Seiten einwärts gebogen sind. Mit der benachbarten Boje, deren Abstand den Umständen angepaſst ist, bildet also jedes einzelne Glied der Reihe eine Gasse, welche die gespaltenen Wellen aufnimmt und endlich zu gegenseitiger Vernichtung einander entgegen führt.

Die nähere Ausführung dieser Bojen wird durch Fig. 16 bis 19 Taf. 10 veranschaulicht. Fig. 17 gibt eine perspectivische Ansicht einer solchen Boje, Fig. 16 und 18 zeigen dieselbe im gröſseren Maſsstabe von der concaven, der See zugekehrten Seite mit den Ankertauen bezieh. |109| die Rückansicht der Boje. Fig. 19 stellt den Grundanker dar und bezeichnet A die Stelle für die Verbindung mit Drahtseil oder Kabel, B das Ankerbecken, C ein massives Eisenguſsstück, ungefähr 2000k wiegend, D die Ankerschenkel, E Gefäſse zur Verstärkung des Haltes im Ankergrunde, G das Kopfstück zur Befestigung des Kabels und F einen Gelenkschuh des Kopfstückes. Die Gröſse der Bojen und ihr gegenseitiger Abstand, in welchem sie zu verankern sind, sind für jeden Fall besonders zu bemessen. Wenn es nothwendig ist, daſs groſse Schiffe die Wellenbrecher kreuzen, so würden die Bojen zu jeder Seite des Durchganges gröſser zu machen und in weiterem Abstande zu verankern sein.

Unserer Quelle nach sollen diese Wellenbrecher die von ihnen erwartete Wirkung auch besitzen und sich durch schnelle, leichte Herstellung, Billigkeit und vielseitige Verwendbarkeit empfehlen.

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