Titel: Opl's Verfahren zur Herstellung von Chlorkalk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250 (S. 172–173)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/ar250066

Opl's Verfahren zur Herstellung von Chlorkalk.

Mit Abbildung auf Tafel 13.

Nach C. Opl in Hruschau, Oesterreichisch-Schlesien (* D. R. P. Kl. 12 Nr. 23587 vom 14. Oktober 1882) ergibt sich die Durchlässigkeit des Kalkhydrates für Luft aus der Formel L = 1818 FD : H, wo L Liter Luft in der Stunde, F Fläche, H Höhe der Kalkschicht und D Druck der Luft in Meter Wasser bedeutet. Eine Kalkschicht von 1qm Fläche und von 1m Höhe unter einem Drucke von 10m Wasser würde z.B. 18180l |173| oder 57k Chlor absorbiren. Dieses Kalkmehl im Gewichte von 500k braucht 250k Chlorgas und wäre daher in 250 : 57 = 43 Stunden in Chlorkalk verwandelt. In Wirklichkeit kann man die Absorption wegen der hierbei entstehenden Erwärmung, wodurch der Chlorkalk wieder zersetzt würde, nicht so beschleunigen.

Um starken Chlorkalk zu erzeugen, muſs die entwickelte Wärme unschädlich gemacht werden, was durch Anwendung von Wasserkühlung oder durch Verdünnen des Chlorgases mit trockner Luft geschehen kann. Die hierfür bestimmte Chlorkammer A (Fig. 24 Taf. 13) hat einen aus mit Leinöl getränkten Holzplatten hergestellten doppelten Lattenboden; zwischen beide Böden kann eine Leinwand gelegt werden, um ein Durchreiſsen von Kalkmehl zu verhindern. Zum Absaugen der Luft bezieh. zum Durchdrücken des Chlorgases durch das Kalkhydrat dient eine Wasserluftpumpe K, deren abflieſsendes Wasser gleich als Kühlwasser verwendet werden kann. Bei verdünnterem Chlorgase kann eine Luftpumpe oder ein Dampfstrahlgebläse angewendet werden. Zur Kühlung wird Wasser auf die Kammer gelassen, welches sich über die Decke verbreitet, an den Wänden herabflieſst und in der Rinne, oberhalb des guſseisernen Bodentheiles, weggeführt wird. Wenn nöthig, wird Luft zum Verdünnen und Kühlen durch ein Ventil in die Kammer geleitet. Der Chlorkalk ist gesättigt, wenn unterhalb des Rostes Chlorgas auftritt; er zeigt 115 bis 120°.

Um den stärksten, 120 bis 125 gradigen Chlorkalk zu erzeugen, muſs das Chlorgas erst einer Reinigung unterzogen werden. Zu diesem Zwecke wird das Chlor durch ungelöschten, gemahlenen Kalk hindurchgeführt, welcher auf Rahmen c in der Kammer B ausgebreitet ist. Es genügen hierfür 2 bis 4 Proc. Kalkmehl vom Gewichte des zu erzeugenden Chlorkalkes. Das Chlorgas wird in die Kammer bei a eingeleitet, geht durch die Kalkschicht, tritt bei b aus und wird durch die Leitung l in die Chlorkalkkammer A geleitet. Mit gereinigtem Chlorgase soll es nun möglich sein, den höchstgradigen Chlorkalk in den beschriebenen Kammern zu erzeugen; auſserdem soll sich das Verfahren bedeutend billiger stellen, da die Kalkschicht in der Kammer das 10fache und mehr als bei dem bisher üblichen Verfahren betragen kann, keinen Verlust an Chlor und daher auch keine Belästigung der Umgebung ergeben.

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