Titel: A. Pothier's Thonkapselpresse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250 (S. 204–205)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/ar250080

A. Pothier's Thonkapselpresse.

Mit Abbildung auf Tafel 15.

Die Thonkapselpresse von Aug. Pothter in Paris (* D. R. P. Kl. 80 Nr. 20732 vom 2. Mai 1882) ist in Fig. 8 Taf. 15 in der Hauptsache wiedergegeben. Eine mittels Zahnstange und Rad senkrecht verschiebbare Platte D bildet den Boden der Form; zwei wagrecht verschiebbare Theile C umschlieſsen den Mantel der Kapsel. Die Kappe B begrenzt die Randfläche und der senkrecht verschiebbare Körper A die gesammte Innenfläche derselben. A wird mittels der Schraubenspindel E auf- und niederbewegt; die beiden Formtheile C erhalten ihre Bewegung durch die Schraubenspindeln H. Die Kappe B sieht winkelrecht zur Bildfläche wie ein umgekehrtes „U“ aus, so daſs die beiden herabhängenden Schenkel als Führungen für die Formtheile C dienen. Die betreffenden Flächen tangiren die Auſsenfläche der Kapsel; die Flügel der Formtheile C laufen sonach in Schneiden aus.

Man benutzt die Presse in folgender Weise: Bei entsprechend hoher Stellung des Kernes A und während C ziemlich weit nach links bezieh. rechts in Bezug auf die Fig. 8 verschoben sind, wirft man eine genau abgemessene Thonmenge ein. Die Formtheile A und C nähern sich einander in der Weise, daſs der Thon gezwungen wird, den übrig bleibenden Hohlraum auszufüllen. Nunmehr erfolgt selbstthätig die Umsteuerung des Antriebes; es ziehen sich A und C zurück. Während dieser Zeit löst man die über B im Querschnitte gezeichneten Schienen, welche bisher die Kappe B mit dem Maschinengestelle verbanden, von diesem; die Führungsplatte des Kernes A stöſst gegen die Köpfe der mit B verbundenen Stangen F und schiebt in Folge dessen B empor. Endlich hebt man von Hand die fertige Kapsel mit Hilfe der Bodenplatte so hoch, wie zum bequemen Abheben derselben erforderlich ist. Nachdem die Platte D wieder niedergelassen ist und die Kappe B sich aufgesetzt hat – die Umsteuerung des Antriebes erfolgt bei höchster Stellung des Kernes A auch selbstthätig –, wird wieder Thon eingeworfen und wie vorhin verfahren.

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Der Antrieb für die Mutter der senkrechten Schraube E erfolgt durch die Welle N1, derjenige der liegenden Schrauben durch die Wellen N und J.

Als Mängel der Maschine sind – abgesehen von Constructionsfehlern – zu bezeichnen: der hohe Preis der Form, welche für jede andere gröſsere oder kleinere oder anders gestaltete Kapsel besonders beschafft werden muſs, und die Schwierigkeit, dem schlieſslich bleibenden Hohlräume der Form die Thonmenge genau genug anzupassen.

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