Titel: Martin's Maschine zum Enthaaren von Häuten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250 (S. 257–258)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/ar250096

Martin's Maschine zum Enthaaren, Falzen und Ausstollen von Häuten.

Mit Abbildungen auf Tafel 19.

Bei den mit Messer walzen arbeitenden Maschinen zum Enthaaren und Falzen von Häuten üben die Messer meistens eine mehr kratzende und schabende als schneidende Wirkung auf das Leder aus, was |258| begreiflicherweise für die betreffende Arbeit nicht von vortheilhaftem Einflüsse sein kann. Der Grund hierfür liegt darin, daſs die Häute den Messern mit nicht genügend straffer Anspannung dargeboten werden.

Diesem Uebelstande suchen Marius, Paul und Victor Martin in Lyon (* D. R. P. Kl. 28 Nr. 22546 vom 17. Oktober 1882) dadurch abzuhelfen, daſs sie – wie aus Fig. 1 Taf. 19 zu ersehen ist – parallel mit den Messern Gummistreifen a anbringen, welche jene um 1 bis 2mm überragen, so daſs jeder einem Messer voraneilende Gummistreifen die Haut für den Angriff des Messers anspannt. Die zu bearbeitende Haut wird von dem in seiner Höhenlage verstellbaren Arbeitstisch E zwischen die Messerwalze A und die Streckwalze B eingeführt; letztere ist mit Streifen aus Gummi o. dgl. versehen, welche in ähnlicher Weise wie die Messer der Walze A sich in lang gezogenen Spiralen von der Mitte nach den Enden erstrecken (vgl. Fig. 2). Der Antrieb beider Walzen erfolgt mittels Riemen direkt von der Transmissionswelle aus und sind die Riemscheiben so bemessen, daſs die obere Walze sich 10mal geschwinder als die untere bewegt. Beide Walzen haben nur eine kurze Länge erhalten, während die Lagerböcke für die Achse der unteren Walze in genügendem Abstande von einander aufgestellt sind, um der gröſsten Haut Platz zwischen sich zu gewähren. Zwei zu beiden Seiten der unteren Walze über deren Achse geschobene Kegelstumpfe b aus polirtem Kupfer oder Holze dienen dazu, die zu den Seiten der genannten Walze herabhängenden Hauttheile zu tragen. Auf diese Weise ist es dem Arbeiter möglich, jeden beliebigen Theil der Haut bequem der Bearbeitung zu unterwerfen.

Die obere Walze ruht in festen, die untere in vertikal beweglichen Lagern; letztere können durch den Fuſs des Arbeiters mittels des Trittes C gehoben werden., um den Abstand beider Walzen zu verringern, wobei die kleinste Gröſse desselben durch eine Schraubenspindel D regulirt wird, welche in einem auf der Tritthebelachse befestigten Blocke stellbar ist und die Abwärtsbewegung des Tritthebels durch Anschlag gegen den Maschinensockel begrenzt.

Das Nachschleifen der Messer an der Walze A findet durch eine an der Maschine angeordnete Schleifvörrichtung F (Fig. 1) statt.

Soll die Maschine zum Ausstollen verwendet werden, so wird die Walze A gegen eine solche ausgewechselt, deren Messer mit abgerundeten Kanten versehen sind.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: