Titel: Bertram's Herstellung von Knieröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250 (S. 448–449)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/ar250163

Bertram's Maschine zur Herstellung von Knieröhren.

Mit Abbildungen auf Tafel 31.

Während bei den auf den bisherigen Maschinen hergestellten Knieröhren die Nähte oder Verbindungsstellen der das Rohr bildenden beiden Blechstücke entweder allein am oberen oder unteren Bogen, oder an beiden zugleich sich befinden (vgl. 1874 211 * 258), werden dieselben bei dem Herstellungsverfahren von H. Bertram in Burscheid (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 21133 vom 18. Januar 1882) an beiden Seiten des Bogens gelegt. Die Herstellung der Rohrstücke geschieht durch Biegung eines Stückes Blech von entsprechender Länge und Breite in die Form einer halbkreisförmigen Rinne; dieses Stück wird dann zur Bildung des eigentlichen Knies in einen besonderen Apparat gebracht.

Zum Umbiegen des unteren Knies wird der in Fig. 11 bis 15 Taf. 31 dargestellte Apparat vorgeschlagen, welcher in der Hauptsache aus einer Anzahl Matrizen a und Patrizen b besteht, welche durch angegossene Lappen c bezieh. c1 und durchgesteckte Bolzen mit einander gelenkig verbunden sind. Da die Patrizen und Matrizen sehr eng zusammenstehen, so muſs für die Lappen c der einen Matrize und Patrize in der darauf folgenden eine entsprechende Aussparung geschaffen werden. Die beiden äuſseren Patrizen besitzen je einen Steg d, welcher an seinem oberen Ende zu einer Schraubenfläche ausgearbeitet ist. Die beiden äuſseren Matrizen haben je einen um Zapfen drehbaren Bügel e, durch dessen Auge ein Bolzen f hindurchgeht, welcher unten einen Ansatz mit einer der Schraubenfläche d entsprechenden Krümmung besitzt. Durch Drehung des Bolzens f wird durch die Wirkung der beiden Schraubenflächen ein Festklemmen des eingelegten Blechstückes in den Backen erfolgen. Werden nun die mit den Endpatrizen verbundenen Zahnstangen g in der Pfeilrichtung bewegt, so gelangen die Patrizen und Matrizen in Folge ihrer gelenkigen Verbindung allmählich aus der Lage Fig. 11 in jene Fig. 13, während welchen Vorganges das eingespannte Blechstück die vorgeschriebene Form angenommen haben wird.

Damit das Material der unteren Seite des Rohrtheiles, welches beim Biegen zum Knie zusammengedrückt wird, einen Ausweg finde, sind die Kanten der halbkreisförmigen Ausbauchungen der Matrizen zu beiden Seiten etwas abgerundet. Die sich hierdurch sowie durch Ungleichmäſsigkeiten |449| im Bleche bildenden Unebenheiten werden mittels besonderer der Rohrform genau entsprechender Matrizen und Patrizen durch Druck beseitigt.

Will man nun das fertig gebogene Rohrstück aus dem Apparate herausnehmen, so werden zuerst durch Zurückdrehen der Handgriffe die Bolzen f von den Schraubenflächen der beiden Endpatrizen entfernt und dann der Bügel e durch Zurückdrehen in Richtung der Pfeile in die in Fig. 11 punktirt gezeichnete Lage gebracht. Hierauf hebt man die mit einander verbundenen Patrizen aus den Matrizen heraus und bringt sie in vertikale Stellung, was dadurch ermöglicht ist, daſs sich die letzte linke Patrize um einen Bolzen h in der linken Endmatrize dreht. Bewegt man nun die Zahnstangen g entgegengesetzt der vorigen Richtung, so wird der Apparat seine frühere Stellung Fig. 11 wieder einnehmen und die gebogene Knierohrhälfte sich von selbst aus den Matrizen herausbegeben.

Um die obere Knierohrhälfte mit dem Apparate herstellen zu können, hat man nur, entgegengesetzt dem in Fig. 11 bis 14 dargestellten Apparate, die Matrize oben und die Patrize unten anzuordnen, wie dies in Fig. 15 angegeben ist, und behufs Erreichung des correspondirenden Bogens die Anzahl der Patrizen und Matrizen zu wählen bezieh. die Conicität derselben entsprechend zu ändern.

Die beiden Rohrhälften können anstatt zu einem Viertelkreise auch bis zu einem Halbkreise gebogen werden; um dies zu ermöglichen, ist die Zahl der Matrizen und Patrizen in entsprechender Weise zu vermehren oder dem unteren Theile der vorhandenen Matrizen bezieh. Patrizen eine gröſsere Conicität zu geben.

Die beiden Rohrhälften werden endlich zur Herstellung des Knierohres durch Löthen, Nieten oder Zusammenbördeln vereinigt.

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