Titel: Zur Geschichte des Messings.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 3 (S. 46–47)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi01_3
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Zur Geschichte des Messings.

Nach E. Reyer (Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 1883 S. 59) erwähnt bereits Plinius, daſs sich Galmei auch in Schmelzöfen bilde (in denen Zink haltige Erze verhüttet wurden). Nach Aristoteles verwendeten zuerst die Messinöken am Schwarzen Meere Galmei, um dem Kupfer eine schöne Goldfarbe zu geben. Die Kupfer-Zinklegirung wurde von den Römern noch nicht besonders genannt; man hielt das Metall nur für ein schön gefärbtes „Aes“. Im Mittelalter wird für das Messing der griechische Name Orichalk, d. i. Bergmetall gebräuchlich. Seit dem 15. Jahrhundert nennen die deutschen Bergleute dieses Metall mit dem noch heute üblichen Namen Mossin oder Messing. Vielleicht bezog sich dieses Wort auf jene Messinöken, welche als die ersten Erzeuger der Zink-Kupferlegirung galten. Ueber die Natur des Messings blieb man bis in die neue Zeit unklar. Die Alchymisten des Mittelalters glaubten gleich den Alten, daſs das Kupfer durch den Galmei einfach gefärbt werde. Das metallische Zink wird erst im 16. Jahrhundert von Paracelsus genannt (vgl. 1883 249 525); aber seine Beziehung zum Messing wurde noch lange nicht erkannt. Nach wie vor verwendete man nur den Galmei, um das Kupfer zu „färben“. Die Messingfabrikation wurde insbesondere in Flandern, Köln, Nürnberg, Paris, Mailand geübt.

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