Titel: Verfahren zur Reinigung von Schwefelwasserstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 7 (S. 139–140)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi03_7

Verfahren zur Reinigung von Schwefelwasserstoff.

Da das käufliche Schwefeleisen sehr oft Arsen enthält, so daſs leicht Arsen haltiger Schwefelwasserstoff entsteht, welchem durch Waschen mit Wasser keineswegs sein Arsengehalt entzogen wird, so empfiehlt W. Lenz in der Zeitschrift für analytische Chemie, 1883 S. 393 die Anwendung von 4 Waschflaschen, welche auf einer dicken Eisenplatte auf 60 bis 70° erhitzt werden. Die erste Waschflasche enthält 20cc einer Mischung von 1 Th. Salzsäure und 2 Th. Wasser, |140| die zweite 1 Th. Salzsäure und 4 Th. Wasser, die dritte 1 Th. Salzsäure und 8 Th. Wasser, die vierte ist mit destillirtem Wasser beschickt. Als Pfropfen werden nur Korke, keine Gummistopfen verwendet. Das System der Waschflaschen wird am besten durch Glasröhren ohne Gummiverbindungen fest hergestellt; zu Gasleitungsschläuchen sollten nur schwarze, nicht vulkanisirte Gummischläuche benutzt werden.

Das so gewaschene Schwefelwasserstoffgas konnte stundenlang in warme verdünnte Salzsäure geleitet werden, ohne in derselben einen Niederschlag von Schwefelarsen zu veranlassen, während das aus denselben Materialien bereitete, aber nur mittels einer oder zweier mit Wasser beschickten Waschflaschen gewaschene Schwefelwasserstoffgas schon nach ½stündigem Einleiten in dieselbe Salzsäure einen Niederschlag von nicht unbedeutendem Arsengehalte erzeugte.

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