Titel: Standfestigkeit von Schornsteinen aus Hohlsteinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 2 (S. 185–186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi04_2

Standfestigkeit von Schornsteinen aus Hohlsteinen.

Im Württembergischen Bezirksvereine deutscher Ingenieure (vgl. Wochenschrift, 1883 * S. 263) wurde kürzlich die Frage erörtert, ob ein Schornstein aus Hohlsteinen stabiler sei als ein solcher aus Vollsteinen und ob die beim Aufmauern |186| in die Hohlräume eindringenden „Mörtelbolzen“ (System A. Custodis in Düsseldorf) zur Vermehrung der Stabilität beitragen.

Oberbaurath Prof. Hänel beantwortete die Frage dahin, daſs ein günstiger Einfluſs der Höhlungen auf die Stabilität eines Schornsteins nur in dem Falle denkbar sei, daſs dieselben vollständig mit Mörtel ausgefüllt sind und so auf einander passen, daſs die entstehenden Mörtelbolzen ununterbrochen durch alle Schichten hindurchgehen. Eine allerdings nur sehr geringe Vergröſserung der Stabilität wird in diesem Falle vorhanden sein, wenn die Zugfestigkeit des Mörtels gröſser ist als die Adhäsion zwischen Mörtel und Steinen. Dabei muſs noch vorausgesetzt werden, daſs das Gesammtgewicht des Schornsteins nicht kleiner ist als bei der Herstellung aus Vollsteinen. Füllt aber der Mörtel die Hohlräume nicht vollständig aus, so wird ein aus solchen Hohlsteinen aufgemauerter Schornstein immer weniger stabil sein als ein aus Vollsteinen hergestellter, da in dieser Hinsicht nur die Inanspruchnahme auf Umkippen durch starken Winddruck zu berücksichtigen ist, durch die Hohlräume aber das Gewicht, also auch das Moment desselben in Bezug auf eine Kante, um welche ein Umkippen stattfinden könnte, vermindert wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: