Titel: Kolonial- und Rübenzucker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 8 (S. 187)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi04_8

Kolonial- und Rübenzucker.

Wie A. Vogel im Bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1883 S. 240 bemerkt, soll nach den praktischen Erfahrungen der Fabrikanten condensirter Milch für Herstellung derselben nur Kolonialzucker, nicht Rübenzucker, brauchbar sein. Nach Angabe von Conditoren wird ferner eine mit Indigocarmin gefärbte Lösung von Rübenzucker beim Abdampfen entfärbt, Rohrzuckerlösung nicht. Nach Vogel's Versuchen verträgt eine concentrirte Rohrzuckerlösung jedenfalls eine weit höhere Temperatur als eine concentrirte Rübenzuckerlösung, bis daſs. eine theilweise Entfärbung des Indigocarmins wahrgenommen wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, daſs diese dem Rübenzucker eigenthümliche Reaction von einem geringen Gehalte an salpetersauren Salzen herrührt; wenigstens zeigt die braungelbe Kassonade des Rübenzuckers diese Reaction in weit gröſserem Maſse als derselbe Zucker, wenn er als Hutzucker zum Versuche verwendet wird. Auch von einem Gehalte an Traubenzucker könnte diese Reaction bedingt sein.

Vollkommen reiner Rübenzucker ist von Kolonialzucker nicht zu unterscheiden. Gibt aber eine Zuckerlösung mit Indigocarmin die Reaction auf Salpetersäure, mit dem Neßler'schen Reagens auf Ammoniak, so kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daſs Rübenzucker vorliegt; letzterer gibt auch meist mit einer Lösung von 1mg Diphenylamin in 10cc concentrirter Schwefelsäure blaue Flecke. Kolonialzucker soll auch ein etwas höheres specifisches Gewicht haben als Rübenzucker.

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