Titel: Zur Gefährlichkeit Chlor haltigen Salpeters bei der Pulverfabrikation; von Oscar Guttmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 7 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi05_7

Zur Gefährlichkeit Chlor haltigen Salpeters bei der Pulverfabrikation; von Oscar Guttmann.

Ein mit salpetersaurem Natrium hergestelltes Pulvergemenge wurde mit kochendem Wasser behandelt, nach dem Erkalten das überschüssige Wasser (richtiger Mutterlauge) ausgepreſst und über einer Spiritusflamme abgedampft. Der Rückstand in der Porzellanschale, welcher bloſs aus Salpeter bestehen sollte, wurde von der Flamme herabgenommen und etwa 10 Minuten lang erkalten gelassen. Als nach dieser Zeit mit einem kleinen Glasstabe versucht wurde, den Rückstand von der Schalenwandung abzulösen, verpuffte der gesammte Inhalt mit groſser Schnelligkeit, wobei der Verbrennungsrückstand umhergeschleudert wurde.

Der Natronsalpeter war im Handel gekaufte krystallisirte Waare, zeigte mit salpetersaurem Silber starke Trübung und enthielt ungefähr 3 Proc. Chlorverbindungen. Die übrigen Bestandtheile des Pulvers waren chemisch rein. Es kann daher die Explosion nur der erfolgten Bildung von Chlorstickstoff zugeschrieben und vor Verwendung Chlor haltigen Salpeters nicht genug gewarnt werden.

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