Titel: Ueber den Nachweis der freien Schwefelsäure neben schwefelsaurer Thonerde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 7 (S. 283–284)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi06_7

Ueber den Nachweis der freien Schwefelsäure neben schwefelsaurer Thonerde.

Da es für Papierfabriken sehr wichtig ist, die Gegenwart freier Schwefelsäure im Thonerdesulfate festzustellen, so hat O. Miller (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1883 S. 1992) im Anschlüsse an die Untersuchungen von J. Wieland (vgl. S. 183 d. Bd.) versucht, zu diesem Nachweise Azofarbstoffe zu |284| verwenden. Danach kann man mit Methylorange noch 0g,01 freie Säure im Liter neben 0g,645 schwefelsaurer Thonerde und sogar die Dissociirung der schwefelsauren Thonerde beim Kochen ihrer wässerigen Lösung nachweisen.

Zur Bestimmung der freien Säure zog Miller die zu untersuchende schwefelsaure Thonerde kalt mit Alkohol aus, verdampfte den Auszug auf dem Wasserbade bis fast zur Trockne, nahm mit kaltem Wasser auf und titrirte auf Rosa. Tropäolin wird durch neutrale schwefelsaure Thonerde nicht verändert, ist dagegen gegen freie Säure zu unempfindlich. Aethylorange ist gegen freie Säure am empfindlichsten, wird aber auch schon durch neutrale schwefelsaure Thonerde rosa gefärbt, so daſs die weitere Veränderung durch freie Säure nicht mehr deutlich erkennbar ist. Methylorange ist desgleichen auſserordentlich empfindlich gegen freie Säure, wird aber durch reine neutrale schwefelsaure Thonerde nicht rosa, sondern nur orange gefärbt, so daſs die Veränderung in Rosa durch freie Säure leicht zu erkennen ist.

Die Reaction von C. Giseke (vgl. 1867 183 43) mit Blauholzabkochung hat den Fehler, daſs sie nicht augenblicklich, sondern erst nach 2 bis 3 Minuten eintritt (vgl. Feichtinger 1883 247 218). Die Stein'sche Probe mit Ultramarinpapier ist zu unempfindlich. Der Nachweis durch Abdampfen mit Zuckerlösung auf dem Wasserbade ist wegen der wenn auch in sehr geringem Maſse auftretenden Dissociirung ein unsicherer.

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