Titel: Molekulare Radiation in Glühlampen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 5 (S. 329)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi07_5

Molekulare Radiation in Glühlampen.

Nach J. A. Fleming's Beobachtungen (Philosophical Magazine, 1883 S. 48) setzt sich bei Ueberhitzung einer Edisonlampe die verflüchtigte Kohle gleichmäſsig auf der inneren Glockenfläche an; dagegen läſst Kupfer stets einen Streifen frei und zwar in der Ebene des Kohlenfadens. Die Verbindung des Kohlenfadens mit den Platindrähten wird in den Edisonlampen durch eine Kupferhülse vermittelt und die Enden der Kohlenfäden selbst sind zu Beschaffung guter Leitung verkupfert. Gewöhnlich wird die Ueberhitzung einer Lampe besonders dünnere Stellen im Kohlenfaden angreifen und mit einer Verflüchtigung der Kohle an einer solchen Stelle enden. Befindet sich ein solcher Punkt von gröſserem Widerstände an der Verbindungsstelle zwischen Faden und Elektroden, so bildet sich ein feiner Kupferbeschlag, welcher im durchfallenden Lichte grün, wie golden scheint, in welchem sich aber beim vorsichtigen Drehen der gegen das Licht gehaltenen Lampe gegenüber der Bruchstelle eine kupferfreie Linie zeigt, wie ein Schatten des Kohlenfadens. Die Kupfermoleküle scheinen so in geraden Linien fortgeschleudert zu werden. Swanlampen brechen gewöhnlich an einem Punkte der Schleife des Kohlenfadens.

Fleming gibt keine weitere Erklärung. Es wäre möglich, daſs die Kupferdämpfe sich schnell wieder verdichten, während die verflüchtigten Kohlen- oder Kohlenwasserstoffe längere Zeit die Glocke als Dampfwolke erfüllen und sich dann gleichmäſsiger vertheilen. Das Brechen an der Kupferverbindung ist ferner meist plötzlich, während die Kohlen Verflüchtigung langsam fortschreitet.

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