Titel: Verfahren zur Herstellung von ätzenden und kohlensauren Alkalien aus den entsprechenden Chloralkalien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 8 (S. 379–380)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi08_8

Verfahren zur Herstellung von ätzenden und kohlensauren Alkalien aus den entsprechenden Chloralkalien.

Die Société anonyme Lorraine industrielle in Nancy (D. R. P. Kl. 75 Nr. 23791 vom 25. August 1882) hat die Herstellung von ätzenden und kohlensauren Alkalien mittels Bleioxyd (vgl. G. Lunge: Sodafabrikation S. 276) wieder aufgenommen. Zur Trennung der gebildeten ätzenden Alkalien soll Alkohol verwendet werden, da selbst 50procentiger Alkohol Chlorblei nicht löst.

Man behandelt zu diesem Zwecke die durch Zusammenreiben von Chlornatrium bezieh. Chlorkalium und Bleioxyd bei Gegenwart des zur Hydratbildung nöthigen Wassers erhaltene reinweiſse, breiige Reactionsmasse mit Alkohol und filtrirt. Das Filtrat wird zur Wiedergewinnung des Alkoholes abdestillirt, der Destillationsrückstand zum Abtreiben der letzten Spuren von Alkohol mit |380| wenig Wasser versetzt und vollständig zur Trockene eingedampft. Oder man behandelt den erhaltenen alkoholischen Auszug mit einem Kohlensäurestrome, wodurch das Kali als neutrales Kaliumcarbonat gefällt wird. Man filtrirt und schickt den Alkohol, wie er abläuft, ohne Rectification oder sonstige Reinigung wieder in den Betrieb zurück.

Da sich Natriumcarbonat etwas in Alkohol löst, so behandelt man den aus den Filtern kommenden Alkohol noch mit etwas Kalk, so daſs Calciumcarbonat ausfällt und der Alkohol nunmehr Aetznatron enthält.

Zur Wiederbelebung des als Filterrückstand verbliebenen Chlorbleies löst man dasselbe in heiſsem Wasser und fällt aus dieser Lösung das Blei durch weiſses Roheisen als Metall aus, welches nun in bekannter Weise wieder in Oxyd verwandelt wird.

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