Titel: Verfahren zur Herstellung von β-Naphtylaminsulfosäuren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 9 (S. 380)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi08_9

Verfahren zur Herstellung von β-Naphtylaminsulfosäuren.

L. Landshoff (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1883 S. 1931) hat gefunden, daſs beim Erhitzen von naphtolmono- und polysulfosauren Salzen mit Ammoniak entwickelnden Mischungen, wie Salmiak mit Kalk oder Soda, und etwas Wasser auf etwa 230 bis 250° die Bildung der entsprechenden β-Naphtylaminverbindungen vollständig und ohne Bildung von Nebenproducten erfolgt. Während nun aber die Farbfabrik vormals Bronner die Umwandlung der Naphtol- in Naphtylaminmonosulfosäuren mittels Ammoniak bei 180° unter Druck ausführt, ist nach Landshoff die Bildung von β-Naphtylaminsulfosäuren aus Naphtolsulfosäuren nur von der Temperatur und nicht vom Drucke abhängig, so daſs geschlossene Gefäſse nicht erforderlich sind.

Es wurden dem entsprechend die Salze der β-Naphtolmono-, Di- und Trisulfosäuren, von denen sich am besten die Alkalisalze eignen, etwa 12 Stunden hindurch auf 200 bis 250° erhitzt, während ein langsamer Strom Ammoniakgas durchgeleitet wurde. Das Ammoniakgas wirkt, ob feucht oder durch Kalk getrocknet angewendet, in gleicher Weise; es verlangen jedoch die monosulfosauren Salze höhere Temperaturen als die Salze der Polysulfosäuren, welche bei zu starkem Erhitzen leicht β-Naphtylamin abspalten.

Die entstandenen β-naphtylaminmono-, di- lind trisulfosauren Salze geben, diazotirt und mit Aminen oder Phenolen vereinigt, eine Reihe von Farbstoffen, welche sich in der Phenolreihe zwischen gelb, orange und braun, in der β-Naphtolreihe zwischen roth und blauviolett, in der β-Naphtolreihe zwischen gelborange und rothorange bewegen.

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