Titel: Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 7 (S. 425–426)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi09_7

Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure.

Die gewöhnliche Schwefelsäure des Handels enthält bekanntlich 93 bis 96 Proc. sogen. Monohydrat, H2SO4. Ausnahmsweise wird durch weitere Verdampfung in Glas- oder Platingefäſsen hieraus stärkere Saure von 97 oder höchstens 98 Proc. dargestellt; noch stärkere Säure läſst sich auf diesem Wege nicht gewinnen, da das Monohydrat selbst schon bei mäſsiger Erwärmung sich theilweise dissociirt und Säure von 98 bis 98,5 Proc. zurückläſst.

Die Chemische Fabrik Griesheim in Frankfurt a. M. (D. R. P. Kl. 12 Nr. 24402 vom 11. Januar 1883) hat nun gefunden, daſs man durch Abkühlung von 98procentiger Säure sehr leicht auf fabrikmäſsigem Wege bei wenig unter 0° |426| Monohydrat auskrystallisiren lassen kann, daſs man dieses aber auch aus Säuren von 97 oder sogar 96 Proc. ebenfalls noch durch mäſsige Abkühlung (etwa auf – 10°) erhalten kann, wenn man die Erscheinung der Ueberschmelzung durch einige eingeworfene Krystalle des Monohydrates mit oder ohne Umrühren aufhebt. Man stellt zunächst durch Gefrierenlassen bei etwa – 10° einer 98procentigen Säure, welche durch Mischen von gewöhnlicher mit rauchender Schwefelsäure gewonnen wurde, eine kleine Menge von Monohydratkrystallen her. Die 96 bis 97procentige Schwefelsäure wird nun auf mindestens 0° abgekühlt; dann wirft man einige Krystalle hinein und kühlt unter Umrühren weiter, bis die Krystallbildung beendigt ist. Hierauf trennt man die Mutterlauge von den Krystallen durch Abtropfen, Absaugen, Pressen, Ausschleudern u. dgl., wobei die Temperatur nicht über 0° steigen soll.

Die Krystalle werden kaum ganz reines Monohydrat sein, da ihnen etwas Mutterlauge anhängen wird. Will man ganz reines Monohydrat darstellen, so läſst man sie sich verflüssigen, wobei man die latente Schmelzwärme zur Abkühlung von weiterer Säure benutzen kann, kühlt wieder etwas unter 0° ab, trennt die entstehenden Krystalle von der Mutterlauge und wiederholt dies nach Bedarf.

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