Titel: Verfahren zur Trennung von Wismuth und Kupfer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 9 (S. 474–475)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi10_9

Verfahren zur Trennung von Wismuth und Kupfer.

Um in salpetersaurer Lösung Wismuth und Kupfer zu trennen, versetzt J. Löwe nach der Zeitschrift für analytische Chemie, 1883 S. 496 dieselbe so lange mit Natronlauge unter Kühlung, bis die Oxyde ausgefällt sind und die über |475| ihnen stehende Flüssigkeit deutliche alkalische Reaction zeigt. Darauf gieſst man noch 1,5 bis 2mal so viel Lauge hinzu und so lange nach und nach unter Umrühren reines syrupdickes Glycerin, bis vollständige Lösung der Oxyde und Klärung der Flüssigkeit erfolgt ist. Diese tiefblaue Lösung mischt man mit einer Auflösung von möglichst reinem Traubenzucker, so daſs der Zucker in dieser ungefähr das 3 bis 4fache von dem Gesammtgewichte der vorhandenen beiden Metalle betragt. Darauf bedeckt man das Becherglas mit einer gut aufliegenden Glasplatte und läſst die Lösung 8 bis 10 Stunden an einem kühlen dunklen Orte stehen. Die blaue Farbe der Lösung ist nun verschwunden und in eine tiefgelbe umgewandelt, während am Boden des Becherglases sich das Kupfer, meist nicht anhängend, als hochrothes Oxydul abgelagert hat. Darauf gieſst man die gelbe Lösung, ohne umzurühren, auf ein bei 100° getrocknetes und gewogenes Filter, wäscht des Oxydul anfangs mit Wasser, welches etwas Glycerin und Natronlauge enthält, unter Abgieſsen ab, sammelt es auf dem Filter, wäscht zuletzt dasselbe noch gut mit destillirtem Wasser aus und trocknet es bei 100°. Das alkalische, alles Wismuth enthaltende, gelbe Gesammtfiltrat bringt man in eine Porzellanschale von tadelloser, guter Glasur, erhitzt die Lösung auf freier Flamme unter leichtem Umrühren zum Sieden, erhält kurze Zeit darin, unterbricht dann das Erhitzen und läſst die bräunliche Flüssigkeit sich in der Ruhe unter Abkühlung klären. Dann filtrirt man die braune Lösung durch ein bei 100° getrocknetes und gewogenes Filter, wäscht das metallische Wismuth erst mit Natronlauge haltendem Wasser unter Decantation ab, sammelt es zuletzt auf dem Filter und süſst dieses anfangs mit kaltem, dann mit warmem Wasser gut aus.

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