Titel: Heizung von Dampfcylindern durch Feuergase und durch heiſse Luft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1883, Band 250/Miszelle 1 (S. 549)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj250/mi250mi11_1

Heizung von Dampfcylindern durch Feuergase und durch heiſse Luft.

Statt die Cylinder von Dampfmaschinen mit Dampf zu heizen, sollen dieselben nach dem Vorschlage von G. E. Wolff in Hamburg (Erl. * D. R. P. Kl. 14 Nr. 5407 vom 28. November 1878) in einer hinter dem Kessel angeordneten Kammer untergebracht werden, durch welche die abziehenden Heizgase strömen müssen, ehe sie in den Schornstein gelangen. Der Cylinder soll dabei natürlich so eingebaut sein, daſs die Stopfbüchsen und die Steuerorgane zugänglich bleiben. Die Einrichtung ist hauptsächlich für sogen. Halblocomobilen bestimmt. In Hinsicht auf die niedrige Temperatur der abziehenden Gase, die geringe Gröſse der Heizfläche, die Ablagerung von Ruſs und Flugasche auf derselben u.a. kann hierbei eine merkbare Wärmeabgabe an den Dampf im Cylinder wohl kaum stattfinden.

Etwas zweckmäſsiger erscheint der Vorschlag von H. Blessinger in Berlin (* D. R. P. Kl. 14 Nr. 23646 vom 15. Januar 1883). Nach demselben soll Luft zur Heizung benutzt werden, welche mit Gegenströmung durch besondere, im Kesselmauerwerke ausgesparte, von den Feuerzügen nur durch dünne Wände getrennte Kanäle geleitet und so auf eine möglichst hohe Temperatur gebracht wird. Bei nicht eingemauerten Kesseln geschieht die Erhitzung in Röhrenbündeln, welche in den Feuerzügen untergebracht sind. Die heiſse Luft wird dann in die gewöhnlichen Cylindermäntel und namentlich (bei Compoundmaschinen) auch durch die Receiver geleitet. Die letzteren sollen hierbei behufs Herstellung groſser Heizflächen nach Art der Oberflächencondensatoren eingerichtet werden.

Verwendet man möglichst feuchte Luft, so mag auf diese Weise wohl eine merkliche Heizung erreicht werden; ob sie aber die immerhin etwas kostspieligen Anlagen werth ist, bleibt zweifelhaft. Im Allgemeinen ist jedenfalls die gebräuchliche Heizung mit frischem Dampfe vorzuziehen, da der Uebergang der Wärme von Luft an feste Körper verhältniſsmäſsig gering ist.

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