Titel: Untersuchung von Heiz- und Ventilationsanlagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251 (S. 494–495)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/ar251190

Die Heiz- und Ventilationsanlagen in den Staatslehranstalten des Königreiches Sachsen.

Wie im Archiv für Hygiene, 1883 S. 305 mitgetheilt wird, wurden Anfangs des J. 1881 auf Anordnung der sächsischen Regierung für 40 Lehranstalten (vgl. Darmstadt 1881 241 41) Erörterungen und Beobachtungen angestellt, deren Ergebnisse hier kurz zusammengestellt sind. Es betrugen die Kosten im Mittel für die Heiz- und Ventilationseinrichtungen auf je 100cbm beheizten Raum berechnet:


Einrichtungskosten
Heizaufwand
für Tag
Bei der Sulzer'schen Dampfwasserluftheizung 642,16 M 0,15 M.
Heiſswasserheizung 346,89 0,17
Kelling'schen Luftheizung 270,97 0,16
gewöhnlichen Ofenheizung 85,90 0,22

Hierbei ist von den Anstalten mit gemischten Heizsystemen, sowie von der eine Ausnahme bildenden Heizanlage des Polytechnikums in Dresden abgesehen.

Ferner ergaben sich für die Wirksamkeit der Heiz- und Ventilationsanlagen in hygienischer Beziehung folgende mittlere Resultate bezüglich der beheizten Räume:

Temperatur Kohlensäuregthalt Relative Feuchtigkeit
der Zimmerluft
Morgens Mittags Morgens Mittags Morgens Mittags
Bei der Luftheizung 17,8° 19,0° 0,087 % 0,184 % 49,4 % 51,8 %
Bei der Heiſswasser-
heizung

17,5

20,0

0,098

0,233

40,1

47,1
Bei der gewöhnlichen
Ofenheizung

14,9

18,5

0,108

0,264

52,7

57,9

Diese Beobachtungen wurden Morgens kurz vor Beginn und Mittags kurz vor Schluſs des Unterrichtes vorgenommen.

Die Beurtheilung der Güte der einzelnen Anlagen erfolgt im vorliegenden Berichte auf Grund folgender Normalzahlen: Die Temperatur soll Morgens wie Mittags nicht unter 17,5° und nicht über 20° betragen; der Kohlensäuregehalt der Luft soll bei Beginn des Unterrichtes etwa 8 und am Schlüsse desselben etwa 20 auf 10000 Th. Luft ergeben; |495| als zulässiges Mindestmaſs der relativen Feuchtigkeit der Zimmerluft sollen 50 Proc. gelten. Es ist noch zu bemerken, daſs bei den mit Heiſswasserheizung und gewöhnlicher Ofenheizung versehenen Anstalten nur in wenigen Fällen eine genügende Lüftungseinrichtung angeordnet ist und vielfach eine Lufterneuerung nur durch zeitweises Oeffnen von Fenstern oder Jalousieklappen an den Thüren erreicht wird. Im Allgemeinen ergab sich bei den mitgetheilten Untersuchungen, welche im Winter 1881/82 mit nahezu gleichen Resultaten wiederholt wurden, daſs jedes der drei in den untersuchten Staatslehranstalten vertretenen Heizsysteme den hygienischen Anforderungen zu entsprechen vermag, da sich bei jedem Systeme Anstalten fanden, welche in allen Beziehungen den gestellten Normalbedingungen entsprachen, so bei der Luftheizung das Polytechnikum zu Dresden, bei der Heiſswasserheizung das neue Gebäude des Schullehrerseminars zu Grimma und bei der Ofenheizung die Seminare zu Waldenburg und Callnberg.

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