Titel: Ueber die Bestimmung von Ammoniak in Pflanzen säften.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 11 (S. 47)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi01_11

Ueber die Bestimmung von Ammoniak in Pflanzen säften.

Um den Ammoniakgehalt von Pflanzen zu bestimmen, läſst man nach Schlösing das Ammoniak aus der mit Kalkmilch vermischten Flüssigkeit in der Kälte abdunsten und fängt in titrirter Säure auf, oder man destillirt mit Magnesia. E. Boßhard zeigt nun in der Zeitschrift für analytische Chemie, 1883 S. 333, daſs beide Verfahren bei Gegenwart von Asparagin und Glutamin zu hohe Resultate geben. Wenig zu niedrige Resultate erhält man, wenn man die genannten Aneide durch salpetersaures Quecksilberoxyd ausfällt und die mit Schwefelwasserstoff behandelten Filtrate mit Magnesia destillirt. Man versetzt die Flüssigkeit zu diesem Zwecke mit salpetersaurem Quecksilberoxyd so lange, als noch ein Niederschlag entsteht, bringt diesen auf ein Filter und wäscht anfangs mit kaltem, dann mit heiſsem Wasser aus. Das so erhaltene Filtrat behandelt man zur Entfernung des Quecksilbers mit Schwefelwasserstoff, beseitigt das Schwefelquecksilber durch Filtration und benutzt abgemessene Antheile der erhaltenen Lösung für die Destillation mit Magnesia, unter Zusatz von etwas Bleiglätte, um überschüssigen Schwefelwasserstoff zu binden. Falls es erforderlich ist, die vom Quecksilberniederschlage ablaufende Flüssigkeit einzuengen, so verwendet man dazu nur die beim Auswaschen erhaltenen verdünnten Waschwasser.

Befriedigende Resultate erhält man ferner nach folgendem Verfahren: Man säuert die Extracte mit Salzsäure oder Schwefelsäure an und fügt Phosphorwolframsäure im Ueberschusse hinzu, filtrirt nach 1 bis 2 Stunden, wäscht den Niederschlag mit Phosphorwolframsäure haltigem Wasser aus und destillirt mit Magnesia.

In Bezug auf die Darstellung der Extracte aus getrockneten Pflanzen ist zu bemerken, daſs man für diesen Zweck am besten kaltes Wasser anwendet und bei der weiteren Verarbeitung der Extracte längeres Eindampfen vermeidet, damit nicht aus Asparagin und Glutamin Ammoniak gebildet wird. Beim Vorhandensein von flüchtigen Alkaloiden, Methylamin, Trimethylamin u. dgl. ist die Bestimmung des Ammoniakgehaltes einer Pflanzensubstanz nach einer der beschriebenen Methoden nicht möglich. Für die Ermittelung des Ammoniaks sowohl, als für die mancher anderen Pflanzenbestandtheile lassen sich für alle Fälle gültige Vorschriften überhaupt nicht geben.

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