Titel: Die elektrische Glühlichtbeleuchtung des Holborn-Viaductes in London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1884, Band 251/Miszelle 5 (S. 93–94)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj251/mi251mi02_5

Die elektrische Glühlichtbeleuchtung des Holborn-Viaductes in London.

Nachdem die am 24. April 1882 versuchsweise eingerichtete Beleuchtung des Holborn-Viaductes in London mit Edison'schen Glühlampen 12 Monate im Betriebe gewesen war, hat Colonel Haywood darüber Bericht an das Straſsencomité der Kanalisationsverwaltung erstattet, aus welchem das Telegraphic Journal, 1883 Bd. 12 S. 537 nachfolgende Angaben macht.

Nach dem mit der Edison Company am 2. Januar 1882 getroffenen, sich zunächst nur auf die 3 Monate Februar, März und April erstreckenden Abkommen sollte die Beleuchtung während dieser Zeit lediglich auf Kosten der Gesellschaft erfolgen. Die Anlage wurde jedoch erst am 24. April 1882 in Betrieb gesetzt und die Gasbeleuchtung der betreffenden Strecken vollständig eingestellt. Nach regelmäſsigem Betriebe während 3 Monaten wurde auf Ansuchen der Edison Company der Versuch auf weitere 6 Monate (vom 24. Juli ab) verlängert, gegen eine Entschädigung für das elektrische Licht gleich den Kosten der Gasbeleuchtung. Die Zahl der für die öffentliche Beleuchtung dienenden Glühlampen war anfänglich 176, von denen 156 je 16 Kerzen und 20 je 8 Kerzen Leuchtkraft hatten; im Allgemeinen waren je zwei der ersteren in den gewöhnlichen Gaslaternen untergebracht, die letzteren ebenfalls in Gruppen in solchen Laternen vertheilt. Gegen Ende August 1882 wurden die beiden Lampen einer Gaslaterne durch eine (von etwa 16 Kerzen) ersetzt. Die Lampen der 5 flammigen Kandelaber am östlichen Ende des Viaductes und an der Kreuzung desselben mit Snow Hill wurden durch groſse achteckige Laternen mit je 8 Glühlampen, jede von etwa 16 Kerzen, ersetzt. Die Glühlampen waren so angebracht, daſs sie im Falle einer Störung jederzeit beseitigt und sofort das Gaslicht benutzt werden konnte. Nach diesen Veränderungen stellt sich die Zahl der jetzt im Gebrauche befindlichen Glühlampen auf 92 und mit den in den Privathäusern u.s.w. angebrachten auf etwa 745. Die ganze elektrisch beleuchtete Straſsenlänge ist etwa 426m, die gesammte erleuchtete Bodenfläche beträgt etwa 10360qm, für jede Lampe etwa 113qm.

Die Leuchtkraft der seit August 1882 im Gebrauche befindlichen Glühlampen wird zu 16 Kerzen angegeben; sie ersetzen 86 Gasflammen, deren jede stündlich 5 engl. Cubikfuſs (0cbm,1416) Gas verbraucht und etwa 14 Kerzen Leuchtkraft besitzt. Für die Gasbeleuchtung des Viaductes wurden von der Verwaltung bisher rund 7768 M. jährlich gezahlt; da nun die Edison Company für denselben Preis arbeitet, stellen sich die Kosten für eine Lampe auf etwa 184,40 M. für das Jahr. Bis Ende August 1882 waren 176 Glühlampen im Gebrauche mit je etwa 1052 Brennstunden vom 24. April ab, was etwa 185152 Stunden für eine einzelne Lampe ergibt. In den folgenden Monaten waren 92 Lampen mit je 3228 oder im Ganzen (bezieh. auf eine Lampe bezogen) 296976 Stunden Brennzeit in Thätigkeit. Beide Werthe zusammen ergeben 482128 Brennstunden. Die Gesammtzahl der Fehler und Störungen in der elektrischen Beleuchtung betrug 815, deren Gesammtdauer, auf eine Lampe bezogen, 1515 Stunden oder 0,3 Procent der jährlichen Brennzeit ausmacht. Im ersten Theile des Betriebsjahres kam in jeder Nacht durchschnittlich ein Fehler auf 1,17 Lampen; in der zweiten Hälfte, bei 92 Lampen, etwa auf 2,80 Lampen ein Fehler. Die meisten Unterbrechungen entstanden durch Fehler in den Maschinen sowie durch Schäden an den Kohlenfäden der Lampen. Es kamen in dem Jahre fünf vollständige Unterbrechungen der Straſsenbeleuchtung vor; in anderen Fällen verlöschten 18,16 bezieh. 12,8 und 5 sowie auch |94| 2 oder eine Lampe und zwar zum gröſsten Theile in Folge von Fehlern oder Brüchen der Kohlenfäden.

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